Die Aktie des Zuger Rohstoffkonzerns Glencore fällt an der Londoner Börse – sie fiel zeitweise um über neun Prozent auf 1,06 Pfund. Das ist das erste Minus seit drei Tagen und folgt auf einen positiven Handelstag in Hongkong. In Hongkong stieg das Papier in der Spitze um 13 Prozent, nach einem Kurssprung von 45 Prozent in den drei Handelstagen zuvor.

Die Glencore-Aktie folgt der Trendwende beim Kupferkurs. Der Wert des Edelmetalls sank in Folge eines Einbruchs der deutschen Neuaufträge. Demnach gingen die Aufträge im August zum Vormonat um 1,8 Prozent zurück. Zudem wurde der Rückgang im Juli von 1,4 auf 2,2 Prozent korrigiert.

Ringen um Vertrauen

Die unerwartet schlechten Nachrichten von der deutschen Konjunkturfront haben aber nicht nur Kupfer ins Tief gerissen, sondern auch alle anderen Metallkurse. Das drückt auf die Kurse der Handels- und Bergbaukonzerne – darunter Glencore.

Der Kursverfall der Glencore-Aktie und die darauffolgende Erholung in der Vorwoche waren Spiegelbild des Ringens der Gesellschaft um das Vertrauen ihrer Anleger in die Fähigkeit von Glencore, die Schulden weiter bedienen zu können, während die Rohstoffnotierungen rückläufig tendieren und das Wachstum in China nachlässt.

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USA als Lichtblick

Gegenläufige Tendenzen kommen aus den USA: Die Entscheidung der US-Notenbank Fed, von einer Leitzinsanhebung Abstand zu nehmen, führte dazu, dass Investoren ihre Wetten auf einen Anstieg der Finanzierungskosten noch in diesem Jahr erheblich reduzierten, was den Ausblick bei Rohstoffen stützte.

Auch die am Montag erreichte Einigung auf ein transpazifisches Handelsabkommen (TPP) auf Ministerebene in Atlanta, das dem Bergbausektor zugute kommen dürfte, wurde von Andrew Driscoll, Leiter Research bei CLSA Lin Perth, Australien, als Grund angeführt. Signatarstaaten des TPP-Abkommens, das von den nationalen Parlamenten noch ratifiziert werden muss, sind unter anderem die USA, Kanada, Japan und Australien. Es ist das grösste je unterzeichnete Handelsabkommen.

(bloomberg/ise/ama)