«Die Schweiz kann mit mir glücklich sein», sagte Glencore-Chef Ivan Glasenberg nach der Abstimmung über die Minder-Initiative. Sein Lohn sei bescheiden, und er kassiere keinen Bonus. Tatsächlich erhielt er 2012 gerade mal 1,4 Millionen Franken. Selbst sein Finanzchef Steven Kalmin bezog mit 3,1 Millionen Franken deutlich mehr als der CEO. Auch der Verwaltungsrat wird eher kurz gehalten. Einzig Präsident Simon Murray kann nicht klagen; er wurde mit knapp einer Million entlöhnt. Der ehemalige «Winterthur»-Chef Leonhard Fischer dagegen erhielt für seine Dienste eine höchst magere Vergütung von 187 200 Franken.

Glasenberg trägt dennoch eine falsche Bescheidenheit zur Schau. Einmal wurden er und Dutzende Mitstreiter dank dem Börsengang von Glencore zu Multimillionären. Der Südafrikaner mit Schweizer Pass hält 15,52 Prozent der Aktien, aktueller Wert: 5,5 Milliarden Franken. Es waren auch schon mal etwa drei Milliarden mehr. Stabil sind dafür seine Dividendeneinnahmen. Für 2012 erwartet Glasenberg auf seinem Glencore-Paket eine Ausschüttung von 162 Millionen. Auch auf die anderen Manager wartet ein warmer Dividendenregen: Zusammen streichen acht Führungsleute 430 Millionen Franken ein. Da kann man sich wohl mit bescheidenen Salären begnügen.

Die Wohngemeinden der Spitzenkräfte freuen sich nicht weniger. Der Zuzug von Glasenberg hat Rüschlikon ZH zum Steuerparadies gemacht. Jährlich dürfte der Glencore-Lenker dem Fiskus rund 60 Millionen Franken abliefern – wenn man Ränkespiele ausschliesst. Der berühmteste Bürger von Walchwil am Zugersee ist Fiat-Patron Sergio Marchionne. Den grössten Steuerzahler aber kennen wohl die wenigsten Einwohner: Dem Glencore-Manager Aristotelis Mistakidis flattert bald eine kleine Steuerrechnung über schätzungsweise 20 Millionen Franken ins Haus.

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Auch Kilchberg ZH kann sich über einen Mangel an reichen Bürgern nicht beklagen. Die wohl besten Steuerzahler arbeiten ebenfalls bei Glencore. Die Schweizer Gary Fegel und Christian Wolfensberger – Letzterer ist verheiratet mit der Ex-Miss-Schweiz Fiona Hefti – leiten 20 Millionen Franken in die Gemeindekasse.