Trotz eines Milliardenverlustes von Januar bis Juni will der Rohstoffkonzern Glencore im September eine Halbjahresdividende ausschütten. Firmenchef Glasenberg wird als grösster Einzelaktionär 59,5 Millionen Dollar erhalten, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt.

Glasenbergs Abteilungsleiter in den Bereichen Kupfer, Öl, Zink und Kohle stehen jeweils zwischen 17,3 Millionen Dollar und 22,5 Millionen Dollar zu. Glencore hatte am Dienstag für das erste Halbjahr einen Abschreiber von 8,5 Milliarden Dollar und einen Verlust von 9,2 Milliarden Dollar gemeldet. Aus diesem Ergebnis resultiert gemäss Unternehmensrechnung auf Konzernebene eine Steuergutschrift von 163 Millionen. Diese Gutschrift ist allerdings bisher nicht bewilligt, wie die «NZZ am Sonntag» weiter berichtet.

Kritik aus der Politik

«Die im Halbjahresbericht enthaltene Berechnung einer Steuergutschrift beruht auf firmeninternen Berechnungen», sagte Finanzdirektor Peter Hegglin der Zeitung. Das Vorgehen von Glencore stösst im Kanton Zug bis in bürgerliche Kreise hinein auf Kritik. «Zug hat stark von Glencore profitiert», sagt CVP-Kantonsparlamentarier Urs Raschle. «Aber wenn die Firma keine Steuern mehr zahlt, müssen wir offen darüber diskutieren, ob sie uns Zugern nicht mehr schadet als nützt.»

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(jev)