Nach einem Exklusivbericht der Wirtschaftsagentur «Bloomberg» plant der Zuger Rohstoffriese Glencore offenbar die Fusion mit dem australisch-britischen Bergbauunternehmen Rio Tinto Group. Zusammengenommen entstünde so die weltgrösste Bergbaufirma mit einem Börsenwert von rund 160 Milliarden Dollar.

In einem ersten Schritt habe Glencore informelle Gespräche mit der staatsnahen Aluminium Corp. of China (Chinalco) geführt. Chinalco ist mit 9,8 Prozent grösster Anteilseigner an Rio Tinto. Die Fusion mit Rio Tinto könnte bereits 2015 stattfinden, schreibt «Bloomberg».

Noch keine Gespräche mit Rio Tinto

Der Zuger Konzern habe in den letzten Wochen bei den chinesischen Miteigentümern für die Fusion vorsondiert. Chinalco hatte in letzter Zeit mehrere Rückschläge mit Rio Tinto erlebt. Unter anderem wurde den Chinesen ein Sitz im Verwaltungsrat verweigert.

Das Management von Rio Tinto wisse von diesen Gesprächen, heisst es weiter. Allerdings gebe es derzeit weder direkte Gespräche zwischen den beiden Gesellschaften noch eine formelle Offerte, und beides sei auch vor Ende 2014 nicht wahrscheinlich. Zudem könnte Glencore sich auch noch gegen eine Offerte entscheiden, schreibt die Agentur.

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Neue Nummer 1 der Welt

Die Fusionsfirma aus Glencore und Rio Tinto wäre vor dem bisherigen Leader BHP Billiton der grösste Bergbaukonzern der Welt. Glencore ist bereits heute der grösste Rohstoffhändler. Mit Rio Tinto würden dann auch der weltgrösste Aluminiumproduzent und zweitgrösste Eisenerzförderer zum neuen Konzern gehören.

Die Aktien von Rio Tinto haben am Montag im New Yorker Handel mit einem Kurssprung von zuletzt rund 8 Prozent auf die Übernahmespekulationen reagiert. In einer ersten Reaktion waren die Titel sogar um fast 20 Prozent nach oben geschossen.

Die beteiligten Firmen Glencore, Rio Tinto und Chinalco wollten sich gegenüber «Bloomberg» nicht zum Thema äussern.

(awp/gku/ise)