Rohstoffhändler Glencore beherrscht 60 Prozent des weltweiten Zinkhandels. Nun weht dem Rohstoffgigant Kritik entgegen. Die Zuger Firma benutzt für ihre Rohstoffe Lagerhäuser, die die London Metal Exchange (LME) überwacht. Diese Lagerhäuser würden dazu benutzt, den Preis künstlich zu verteuern, beziehungsweise das Angebot zu verknappen, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters.

Eine Auswertung von LME-Daten zeigt für New Orleans/USA eine starke Zunahme von Zinklagervorräten. New Orleans ist ein «Dead End» für die Verarbeitung von Zink, weg vom Fenster für Industriezentren, auch in den USA.

Mehr als 80 Prozent der 196'000-Tonnen-Zunahme in Zink seit letztem Jahr häufte sich in New Orleans an. Alleine in den vergangenen zwei Wochen kamen dort 30'000 Tonnen an, schreibt Reuters.

Von Spanien nach USA

«Glencore kontrollierte Zink in Europa schon immer. Sie wollen dort kein Überangebot, die wollen höhere Preise - darum verschiffen sie den Überschuss von Asturiana de Zinc (in Spanien) nach New Orleans, wo es niemand will», zitiert Reuters eine anonyme Londoner Quelle.

Viele Personen in der Rohstoffszene finden, das Verhalten von Glencore sei eine normale Geschäftspraktik und völlig legal. Glencore wollte gegenüber Reuters keinen Kommentar abgeben.

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Erst kürzlich kam die Börse LME unter starke Kritik, weil ein anderes Gut, Aluminium, auf dem Markt praktisch nicht verfügbar war. Dies, obwohl es sich in Lagerhäusern stapelte, die LME überwachte.

(chb/vst)