Der Inhalt des vertraulichen berichts der Uno ist explosiv. Über Tauschgeschäfte sollen Glencore und das ebenfalls in der Schweiz ansässige Handelshaus Trafigura Aluminium an eine Firma im Iran geliefert haben, die wiederum Aluminium für das iranische Atomprogramm bereitstellte. Sowohl Glencore als auch Trafigura räumten Anfang März ein, Geschäfte mit Iralco gemacht zu haben.

Die Vereinten Nationen kommen in dem Bericht zum Schluss, dass die Tauschgeschäfte ein Mittel sein könnten, die Handelseinschränkungen zu umschiffen. «Sollte dies zutreffen, könnten solche Transaktionen ein Weg sein, einen Rohstoff zu besorgen, der die Sanktionen umgeht», hiess es in dem 49 Seiten umfassenden Report, welcher der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Der Iran suche nach immer neuen Wegen, um die Sanktionen zu umgehen, darunter falsche Papiere und Scheinfirmen. Beide Firmen hätten mitgeteilt, diese Geschäfte eingestellt zu haben, hiess es weiter.

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Manager verlässt das Unternehmen

Schweizer Behörden hatten zuvor erklärt, es gebe keine Hinweise darauf, dass Glencore und Trafigura die internationalen Sanktionen gegen den Iran verletzt hätten. Die internationale Staatengemeinschaft wirft der Führung in Teheran vor, unter dem Deckmantel der Energieerzeugung an Nuklearwaffen zu arbeiten. Der Iran bestreitet die Vorwürfe. «Schon zwei Monate bevor Iralco von Eu-Sanktionen betroffen war, stoppten wir die Geschäfte», sagt ein Sprecher von Glencore.

Kreisen zufolge wird der Chef der Aluminium-Sparte von Glencore, Gary Fegel, das Unternehmen verlassen. Er ist der erste hochrangige Manager, der den frisch mit Xstrata fusionierten Konzern verlässt. Der genaue Zeitpunkt ist ebenso unklar wie die Beweggründe, wie drei mit dem Vorgang vertraute Personen sagten. Fegel arbeitete seit zwölf Jahren für Glencore.

(se/rcv/reuters)