Der Rohstoffkonzern Glencore und der Minenbetreiber Xstrata haben der Europäischen Kommission ihre Fusionspläne offiziell angezeigt. Zuvor habe es konstruktive Konsultationen mit der europäischen Wettbewerbsaufsicht gegeben, teilten die beiden Unternehmen in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit.

«Beide Parteien gehen davon aus, dass die Fusion zwischen Glencore und Xstrata keinerlei negative Auswirkungen auf den Wettbewerb in ihren jeweiligen Märkten haben werde», heisst es in dem Communiqué. Die Unternehmen mit Hauptsitzen in der Schweiz würden sich auf die Zusammenarbeit mit der Kommission freuen. Damit entfalle auch die Notwendigkeit, bei den Wettbewerbsbehörden der einzelnen Mitgliedsstaaten jeweils einzelne Fusionsanträge stellen zu müssen.

Nach Meinung der Unternehmen ermögliche die Fusion, den Kunden eine grössere Palette an Produkten und Dienstleistungen anzubieten und für eine höhere Versorgungssicherheit zu sorgen. Glencore und Xstrata, die zusammen auf eine Marktkapitalisierung von rund 90 Milliarden Dollar kommen, hatten Anfang Februar ihre Fusionsabsicht bekanntgegeben. Bereits zuvor hatte Glencore mehr als 34 Prozent des Aktienkapitals von Xstrata gehalten.

Anzeige

Untersuchung gefordert

Als sicher gilt die Zustimmung der Europäischen Kommission jedoch nicht. Glencore und Xstrata würden zusammen einen grossen Teil des Marktes für Kraftwerkskohle und Zink beherrschen. Regierungen auf der ganzen Welt könnten sich fragen, inwieweit ein solcher Konzern Einfluss auf den Handel mit Nahrungsmitteln, Industriegütern und Energie haben wird.

So hatte etwa der stellvertretender Vorsitzende der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, Reinhard Bütikofer, Anfang Februar einen Brief an den Europäischen Kommissar für Wettbewerb geschickt, mit der Aufforderung den Firmenzusammenschluss zu untersuchen.

«Auf den Rohstoffmarkt herrscht bereits eine starke Konzentration», erklärte Bütikofer. «Mit einer Fusion der beiden Schweizer Konzerne würde diese noch zunehmen. Mit 'Glenstrata' fielen ungefähr ein Viertel des Zinkmarktes und ein Drittel der Kraftwerkskohle in der Hand eines Unternehmens.»

(tno/awp)