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Ölexporte
Glencore wegen Katar-Konflikt unter Druck

Tobruk: Sicht auf Öllager im Hariga Meerhafen östlich von Bengasi. Keystone

Der Boykott des Kleinstaates Katar hat für Glencore unangenehme Konsequenzen. In Libyen nutzt die Gegenregierung den Zwist für eine Ölblockade.

Von Christian Bütikofer
am 19.06.2017

Der Zuger Rohstoffhändler Glencore ist durch die Katar-Krise in Libyen zwischen die Fronten von zwei rivalisierenden Regierungen geraten. Mit der Erdölgesellschaft der legitimen Regierung in Tripolis sind die Zuger dick im Geschäft. Schon kurz nach dem Sturz von Diktator Gaddafi war Glencore dort präsent. Doch nun macht ihr die libysche Gegenregierung in Bengasi das Leben schwer.

Die Gegenregierung bekämpft das seit 2016 von der UNO anerkannte Oberhaupt Libyiens Fajis al-Sarradsch. Glencore hatte mit der ihm unterstehenden staatlichen Ölfördergesellschaft Libyens, der «National Oil Corporation» (NOC), einen Deal ausgehandelt, um das geförderte Rohöl auf die Weltmärkte zu bringen.

Saudis helfen Gegenregierung

Die bengasische Gegenregierung wird von Saudi-Arabien unterstützt. Das Land verhängte kürzlich gemeinsam mit anderen arabischen Staaten eine Blockade gegen Katar. Das Emirat ist seinerseits mit 8,5 Prozent an Glencore beteiligt und damit der grösste Anteilseigner des Zuger Rohstoffkonzerns. Das sorgt nun für Ärger: Die Gegenregierung will nun die Betreiber des wichtigen ostlibyschen Hafens in Hariga per Gerichtsbeschluss daran hindern, die Glencore-Tanker mit Rohöl zu befüllen.

Die Reaktion der offiziellen NOC kam prompt: Auf der Webseite warnte CEO Mustafa Sanalla die Gegenregierung vor eigenmächtigen Ölverkäufen. In der Vergangenheit hatte die Gegenregierung im Osten des Landes wiederholt versucht, den Finger auf die Ölexporte der NOC zu legen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

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