Die geplante Fusion zwischen den Bergbau- und Rohstoffkonzernen Xstrata und Glencore könnte auf weitere Probleme stossen. Das komplexe Abstimmungsverfahren an der für den 20. November geplanten Generalversammlung (GV) der Xstrata-Aktionäre könnte zu einem Scheitern der Pläne führen, berichtet das «Wall Street Journal Europe».

Demnach legt der Verwaltungsrat von Xstrata dem Aktionariat drei Vorlagen zur Abstimmung vor. Die erste Abstimmung erfolgt über die Fusion inklusive des für das Management vorgesehenen Bonus-Pakets.

Zudem ist eine separate Abstimmungen über die Fusion vorgesehen und eine weitere über das Paket für das Management selbst. Während die beiden ersten Abstimmungen eine Mehrheit von 75 Prozent erfordern, reicht für den dritten Antrag ein einfaches Mehr von 50 Prozent.

Abstimmungsverhalten der Aktionäre unklar

Dem Bericht zufolge ist unklar, ob die Aktionäre der Empfehlung des Verwaltungsrates folgen und sowohl für den ersten und den dritten Antrag stimmen werden. Informationen der Zeitung zufolge gibt es eine Reihe von grösseren Aktionären, die zwar für die Fusion stimmen werden, jedoch die Bonus-Zahlungen an das Management ablehnen.

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Neben den Aktionären beider Unternehmen müssen auch die Kartellbehörden in verschiedenen Ländern den Zusammenschluss noch absegnen, schreibt zudem das «Handelsblatt». Glencore-Chef Ivan Glasenberg biete der EU-Kartellbehörde an, auf einen Teil des Zink-Geschäfts zu verzichten.

Konkret soll die Vertriebsvereinbarung mit dem Produzenten Nyrstar in Belgien beendet werden. Xstrata ist ebenfalls stark im Zink-Markt engagiert. Durch die Fusion der Konzerne mit Sitz im Kanton Zug entstünde ein Grundgüter-Gigant, der wie kein anderer Abbau, Handel, Transport und Lagerung von Rohstoffen abdeckt, heisst es dazu weiter.

(aho/vst/awp)

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