Der Rohstoff- und Minenkonzern Glencore Xstrata hat im ersten Halbjahr 2013 einen leicht höheren Umsatz verbucht. Das Reinergebnis wurde durch einen Goodwill-Abschreiber in Höhe von 7,7 Milliarden Dollar auf die im Mai übernommene Xstrata belastet.

Der Umsatz wuchs im Vergleich zu dem konsolidierten Vorjahreswert der Anfang Mai fusionierten Unternehmen um 4 Prozent auf 112,5 Milliarden Dollar. Der adjustierte EBIT verbesserte sich um 14 Prozent auf 3,6 Milliarden, wie dem Halbjahresergebnis zu entnehmen ist.

Zwischendividende angekündigt

Unter dem Strich verblieb vor Sonderbelastungen ein um 34 Prozent niedrigerer Reingewinn von 1,2 Milliarden. Unter Berücksichtigung des Goodwills-Impairment in Höhe von 7,7 Milliarden Dollar sowie Wertberichtigungen von 1,2 Milliarden Dollar auf die ursprüngliche Beteiligung an Xstrata resultierte ein Verlust in Höhe von 8,9 Milliarden Dollar nach einen Gewinn von 2,3 Milliarden Dollar in der Vorjahresperiode.

Der Verwaltungsrat hat eine Zwischendividende von 0,054 US-Cent pro Aktie angekündigt.

Steuergutschrift von 163 Millionen Dollar

Der Abschreiber in Höhe von 8,47 Milliarden Dollar hat durchaus nicht nur negative Folgen für den Rohstoffgiganten Glencore Xstrata. Da der Konzern deswegen im ersten Halbjahr einen Vorsteuerverlust von insgesamt 9,22 Milliarden Dollar ausweist, bezahlt er weiterhin keine Gewinnsteuern. Im Gegenteil: es fällt eine Steuergutschrift von 163 Millionen Dollar an.

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Aufgrund des milliardenhohen Abschreibers erhält der in Baar ZG domizilierte Konzern zuerst einmal 1,383 Milliarden Dollar auf seine Steuerrechnung gut geschrieben. Dazu kommen weitere 192 Millionen Dollar wegen dem Effekt divergierender Steuerraten ausserhalb und innerhalb der Schweiz, wie dem Halbjahresbericht des Unternehmens auf Seite 60 zu entnehmen ist.

Von diesem Betrag werden 1,323 Milliarden Dollar für Steuerforderungen im Zusammenhang mit der Wertberichtigung auf Xstrata abgezogen. Abzüglich weiterer geringfügiger Steuerforderungen wegen Wertberichtigungen auf andere Besitztümer in Höhe von 89 Millionen Dollar resultiert damit netto eine Steuergutschrift von 163 Millionen Dollar.

Diese Summe könne bei künftigen Steuerforderungen angerechnet werden, erklärt Glencore Xstrata in einer Fussnote. Möglich seien solche Steuergutschriften wegen der Restrukturierung der Glencore-Anteile an Xstrata. Vor der Fusion Anfang Mai hatte der Rohstoffhändler Glencore 34 Prozent der Aktienanteile des Bergbaukonzerns Xstrata inne gehalten.

Steuergutschrift auch bereits 2011 und 2012

Auch in den vorangegangenen Jahren hatte Glencore keine Gewinnsteuern in der Schweiz bezahlt. 2011, im Jahr von Glencores Börsengang in London und Hongkong, resultierte eine Steuergutschrift von 264 Millionen Dollar. Im darauffolgenden Jahr schliesslich betrug die Gutschrift 76 Millionen Dollar.

Die anfallenden Gewinnsteuern seien aufgrund der Vor-Börsengangs-Struktur nicht von der Firma als solcher, sondern von den teilhabenden Partnern beglichen worden, hiess es damals von Glencores Seite dazu.

(tke/aho/awp/sda)