Klagen in schwierigen Zeiten hilft bekanntlich wenig, viel besser ist es, in die Offensive zu gehen und die eigene Organisation fit zu trimmen auf neue Herausforderungen. Genau dies tat die Hupac-Gruppe. Der europaweit aktive Operateur im kombinierten Verkehr (UKV) eröffnete vor Kurzem den neuen Hupac Terminal Antwerp (HTA). Dieser befindet sich in unmittelbarer Nähe des zuvor von Hupac genutzten Areals im Hafengebiet von Antwerpen.

Zwölf Zugpaare pro Tag

Die Anlage besteht aus einem Check-in-Bereich und einem Umschlagmodul mit fünf Umschlaggleisen und mehreren Fahr- und Abstellspuren. Pro Tag können bis zu zwölf Zugpaare von 620 m Länge abgewickelt werden, was einer Verladekapazität von 600 Strassensendungen pro Tag entspricht. In der Startphase bedient der HTA fünf Zugpaare pro Tag mit Destination Basel/Aarau und Busto Arsizio. Eigner der Anlage ist die belgische Hupac Intermodal BVBA. Die Investitionskosten betrugen 22 Mio Euro. Die Eidgenossenschaft unterstützte das Projekt durch eine Teilfinanzierung.

Der Terminal sei eine wichtige Voraussetzung für die weitere Entwicklung des kombinierten Verkehrs, unterstrich Hans-Jörg Bertschi, VR-Präsident der Hupac, an der Einweihungsfeier. «Grüne Logistik ist trotz Wirtschaftskrise aktuell; Unternehmen, die auf den umweltfreundlichen kombinierten Verkehr umsteigen wollen, können im Raum Antwerpen auf ausreichende Kapazität und bewährte Qualität zählen.» Der neue Terminal ist ein zentraler Knoten im europaweiten Netzwerk der Hupac. Er dient dem Maritimverkehr ebenso wie dem Kontinentalverkehr der im Hafengebiet ansässigen Industrien. Alle Bahnunternehmen haben Zugang zur Anlage, wodurch ein wichtiger Beitrag zur Marktöffnung geleistet wird.

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Umsatzrückgang 2009

Im Krisenjahr 2009 verzeichnete Hupac erstmals in ihrer über 40-jährigen Geschichte einen zweistelligen Verkehrsrückgang. Das Volumen der transportierten Strassensendungen sank um 13,5% auf 607 284 Strassensendungen. Nach dem Verkehrsrückgang von rund 25% im 1. Quartal stabilisierte sich die Entwicklung im Jahresverlauf. In den letzten Monaten konnte sogar wieder ein kleines Plus erreicht werden. «Gesamthaft sind wir auf das Volumen von 2006 zurückgefallen», stellt Bertschi fest. Dennoch könne Hupac mit dem erzielten Ergebnis zufrieden sein. «Im Vergleich zu anderen Transportsparten sind wir glimpflich davongekommen.» Für 2010 geht Hupac davon aus, dass das Verkehrsvolumen unter dem Vorkrisenniveau bleiben wird.