Heutzutage richten Unternehmen ihre strategischen Ziele nicht mehr auf ein einziges Land oder eine Region aus. Warum sollte es sich bei einem Investitionsansatz anders verhalten? Erfolg im Management von aktiven globalen Aktienportfolios hängt stark von den Fähigkeiten des jeweiligen Managers ab. Er muss nicht nur verstehen, wie sich Sektoren gegenseitig beeinflus-sen, sondern auch, wie regionale und unternehmensspezifische Faktoren miteinander interagieren. Muster des dynamischen, strukturellen Wandels zu erkennen und zu verstehen, in welcher Phase des Lebenszyklus sich ein spezifisches Unternehmen befindet, sind Schlüsselfaktoren in der Identifizierung erfolgversprechender Investments. Das Resultat der konsequenten Anwendung dieses Ansatzes ist ein «best-ideas»-Port-
folio, das aus erfolgreichen, dynamischen Unternehmen besteht, unabhängig davon, aus welchem Land diese Unternehmen stammen. Folgerichtig ist ein solches Portfolio weder sektorenspezifisch noch regionenabhängig.

Die Korrelation nimmt zu

Die Globalisierung hat die Chancen und Vielfalt für die Allokation von Kapital erhöht sowie dazu beigetragen, dass die Liquidität besser und unabhängig über geografische Grenzen hinweg fliessen kann. Zudem ist der Informationsfluss effizienter geworden, die Produktivität und Wachstumsraten der Weltwirtschaft konnten erhöht und neue Geschäftsmöglichkeiten in vielen Industriesektoren geschaffen werden. Eine der grössten Auswirkungen der Globalisierung ist aber die stärkere Ausrichtung auf den Shareholder-Value.
So wie die einzelnen Volkswirtschaften immer mehr zusammenrücken, so korrelieren auch die Unternehmensgewinne über die Regionen hinweg immer stärker. Würden die Märkte völlig unabhängig voneinander funktionieren, müssten Portfolio-Manager lediglich die Fähigkeiten haben, die Performance der einzelnen Länder zu prognostizieren, um genügend Alpha in separaten regionalen Portfolios zu generieren. In Realität aber beeinflussen sich die Märkte gegenseitig. Korrelationen zwischen einzelnen Sektoren verlaufen zyklisch und folgen längerfristig keinem klaren Trend. Korrelationen innerhalb eines einzelnen Sektors hingegen sind sehr viel stärker ausgeprägt. Das bringt den Vorteil, dass die Informationen über einen Sektor in einem globalen Kontext genutzt werden können. Best-Practice-Standards setzen sich auf diese Weise schnell durch und verbreiten sich über die ganze Welt. Erkenntnisse über die Strukturen einer Industrie und über Marktrends geben deshalb einen Informationsvorsprung und lassen sich für die Generierung von Mehrwert nutzen.

Globale Sicht minimiert Risiken

Auch wenn die Korrelation zwischen den einzelnen Industrien immer wichtiger wird, bleiben auf Unternehmensebene Unterschiede in der Gewinnentwicklung. Jeder Industriesektor weist diesbezüglich eine grosse Streubreite auf. Aus diesem Grund ist die sorgfältige Evaluation auf Unternehmensebene, unabhängig von Länderfaktoren, besonders wichtig. Die globale Perspektive hilft dabei, Risiken zu minimieren und Muster zu erkennen, die einen Einfluss auf Investitionsmöglichkeiten haben.
Es gibt zahlreiche Gründe, weshalb institutionelle Anleger immer mehr Mittel in globale Aktienportfolios investieren. Die Allokation von Geldern in Global Equity Portfolios schafft mehr Flexibilität und kann die Gesamtrentabilität verbessern, allerdings lediglich unter der Prämisse, dass die Tranche in globale Aktien nicht in einem Missverhältnis zum Gesamtvolumen eines Mandates steht. Vergleiche über die Märkte hinweg und daraus resultierende Portfolio-Umschichtungen können zusätzliches Alpha generieren, vor allem im Vergleich zum oftmals statischen Mix bestehend aus US-Aktien und Nicht-US-Aktien. Im Gegensatz dazu bietet der globale Ansatz weit mehr Chancen, mehr Effizienz und Diversifikation.

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Überrendite bei globalen Aktien

Eine Untersuchung des US- Research- und Datenlieferanten eVestment Alliance hat gezeigt, dass die evaluierten Portfolio-Manager von globalen Aktienportfolios innerhalb von zehn Jahren (per 30. Juni 2007) im Durchschnitt ein Alpha von 268 Basispunkten erarbeiten konnten, wie die Grafik zeigt. Eine klare Überrendite gegenüber dem Alpha, das mit US Large Caps (216 Basispunkte) und Nicht-US-Aktien (253 Basispunkte) innerhalb der gleichen Zeitperiode erzielt wurde. Solan-ge der Trend zur Globalisierung anhält und die Nachfrage nach globalen Aktienmandaten hoch bleibt, müssen sich Vermögensverwalter deshalb darum bemühen, ihre Fähigkeiten und ihr Know-how im Analysieren von Mustern des strukturellen Wandels auszubauen. Um eine wirklich globale Sichtweise haben zu können, braucht es allerdings ein erfahrenes Analystenteam. Denn nur mit der Fähigkeit, global zu denken und lokal zu handeln, kann erfolgreich in diese Aktienklasse investiert werden.

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Rob Gensler, Portfolio Manager Global Equities, T. Rowe Price Global Investment Services, London.