Als vor wenigen Jahren die ersten berufsbegleitenden Global Executive MBA Schlagzeilen machten, folgten auch in der Schweiz ein paar Universitäten und Business Schools diesem Trend. Einige haben den Durchbruch geschafft, indem sie das Programm optimierten und internationalisierten.

Es handelt sich um intensive Programme mit herausfordernden Auslandsmodulen. Da es sich niemand leisten kann, bis zu 100000 Fr. in den Sand zu setzen, sind intensive Recherchen über Partner-universitäten, Inhalte, Qualität der Abschlüsse sowie Dozenten ein Muss. Einige Institute wie die Universität St. Gallen geben auch die Möglichkeit, sich an speziellen Anlässen mit ehemaligen Teilnehmern auszutauschen.

ETH Zürich: 65 000 Franken

Beim Executive MBA der ETH Zürich mit Schwerpunkt auf dem internationalen Supply Chain Management stehen die Qualitätsindikatoren fest: Das Renommee der Hochschule, ein klar fokussiertes, 18 Monate dauerndes Programm, eine strenge Auswahl der maximal 18 Teil- nehmer, Fachkompetenz der Dozenten und Managerpersönlichkeiten. Dazu kommen die praxis-bezogene Wahl des Stoffes sowie Auslandsreisen mit Kontakten zu Managern an der Front.

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Albert Reich, Präsident des Forums SCM der ETH Zürich, über Ausrichtung und Errungenschaft: «Produkte durchlaufen auf ihrem Entstehungsweg heute mehrere Firmen, Länder und Kontinente. Für eine gute Steuerung der Prozesse sind profunde Kenntnisse fremder Kulturen und Praktiken erfolgsentscheidend. Unsere Reisen nach Russland, Japan, China und in die USA dienen diesem Zweck, sind straff geplant und alles andere als ein Zückerchen.»

HSG St. Gallen: 82 000 Franken

Der Omnium Global Executive MBA der Universität St. Gallen befindet sich bereits im sechsten Jahr. Das 18 Monate dauernde Programm findet in St. Gallen wie auch in Brasilien, Nordamerika, Europa, China und Indien statt. Kostenpunkt 85 000 kanadische Dollar. «Der Modulaufbau ist international und zieht daher immer mehr Teilnehmer an», betont Studiengangsleiter Wolfgang Jenewein, «so hat jeder Teilnehmer aus diesen Ländern einmal ein Heimspiel.»

Jenewein ergänzt: «Zum Erfolg zählt die Partnerschaft mit einer interessanten internationalen Universität, die auf Augenhöhe sein sollte.» Gemeint ist die University of Toronto, mit der eine gegenseitige Anerkennung für ein Dual Degree besteht. Nicht nur das Programm, auch die Studenten - aktuell sind es 35 aus 14 Nationen - und die Dozenten sind international. «Das Ziel des Programms darf nicht sein, dass man St. Galler Professoren auch in Indien sprechen hört», sagt Jenewein.

Eine lokale Fakultät zu rekrutieren sei gar nicht so leicht, doch es lohne sich, weil die Teilnehmer von der Mentalität und den Vorstellungen des jeweiligen Instituts profitierten. Regelmässige Evaluierungen dienen laut Jenewein dazu, die Qualität hochzuhalten. Zudem würden jeder Referent, jeder Social Event, der Kurs insgesamt und alle Module überprüft.

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Rochester-Bern: 89500 Franken

Auch beim 18 Monate dauernden Executive MBA von Rochester-Bern ist der Kauf von fertigen Modulen kein Thema. Petra Jörg ist für das Programm mit zwei Auslandsreisen verantwortlich: Ein bis zwei Wochen in China, sechs Wochen in Rochester (USA). Ein Mitarbeiter von Rochester-Bern koordiniert die Zusammenstellung von Dozenten verschiedener Universitäten je nach Programminhalten. «Wir evaluieren die Bedürfnisse unserer Studenten und suchen dazu entsprechende Partner, mit denen wir ein Seminar durchführen. Dabei geht es speziell um Wettbewerbsstrategien, um in Asien erfolgreich zu sein. Der Fokus liegt auf erfahrenen chinesischen oder schon lange in China tätigen Marketing- sowie Personalexperten.» Es sei also nicht einfach nur cool, mal kurz nach China zu reisen, sondern es müsse ein Grund bestehen; und die Lerninhalte müss-ten eng mit dem entsprechenden Land verbunden sein.

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In den USA, so Jörg, leben die Teilnehmer zu zweit in einem Appartement und haben gemeinsam ein Auto. «Das fördert den Teamgeist.» Ein Teilnehmer sei bereits 52 Jahre alt. Er wolle sich verändern und sei auf der Suche nach einem kompakten Gesamtbild, um die Wirtschaftswelt neu einschätzen zu können. Bei Abschluss erhalten die Studenten den MBA der Universität Rochester sowie den EMBA der Universität Bern.

GSBA Horgen: 95 000 Franken

Der World Executive MBA der GSBA kann zwischen 24 und 48 Monaten absolviert werden und endet mit dem Dual Degree der University of Wales und der GSBA. Es bestehen Partnerschaften mit Universitäten in Brasilien, Indien, Russland und Südafrika.

Peter Lorange, neuer Besitzer der GSBA in Horgen ZH, definiert die Qualitätskriterien: «Ein globaler MBA ist ein Studium, in dem die verschiedensten Managementkulturen unter Berücksichtigung der Politik und Wirtschaft weltweit verstanden sowie integriert werden.» Das setzt internationale Professoren mit globalen Erfahrungen voraus, die ihre Research-Ergebnisse laufend in die Lehre einfliessen lassen, so Lorange.

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