Das private und an der New Yorker Börse kotierte Unternehmen mit Sitz in Wuxi in der ostchinesischen Provinz Jiangsu muss aufgeben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Xinhua. Suntech Power war durch Überkapazitäten und den Preisverfall auf dem Markt für Sonnenkollektoren in Schieflage geraten.

Anfang der Woche war bekannt geworden, dass Suntech Power eine Anleihe nicht mehr bedienen konnte und Kreditgeber oder Investoren sucht. Der Aktienkurs des Unternehmens war schon länger in den Keller gesackt. Die Insolvenz ist nach Ansicht von Experten ein Zeichen, dass die Konsolidierung in der Solarindustrie in Europa und den USA jetzt auch China erreicht hat.

An der Weltspitze

Die Förderung der Solarindustrie in China hatte zu einem Boom geführt. Doch sorgten Überkapazitäten und geringere Nachfrage für einen starken Preisrückgang auf dem Weltmarkt. Im vergangenen Jahr hatten die USA auch Strafzölle gegen chinesische Produzenten verhängt, denen Preisdumping vorgeworfen wurde. In Europa ermittelt die EU-Kommission ebenfalls wegen wettbewerbsverzerrender Subventionen in China.

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Suntech Power war einer der Führer der Industrie in China und galt 2011 sogar als der weltgrösste Hersteller. Auch andere chinesische Hersteller wie Yingli Green Energy, LDK Solar Company oder Trina Solar leiden unter den schwierigen Marktbedingungen und sollen nach Presseberichten ebenfalls Verluste gemacht haben.

Sitz in Schaffhausen

Suntech sitzt seit 2007 mit 50 Mitarbeitern in Schaffhausen. Das Unternehmen nannte die «zentrale Lage in Europa bei gleichzeitiger Nähe zu Deutschland» als einen wichtigen Grund für die Wahl des Standortes Schweiz. Die Bundesrepublik ist für Solarfirmen - auch jene aus China - der mit Abstand grösste Absatzmarkt in Europa.

Auch in der Schweiz sind die Chinesen aktiv. Suntech rüstet das nationale Handballzentrum sowie die Sternwarte in der europäischen Heimbasis Schaffhausen mit Solarzellen aus. Beide Projekte sind noch im Bau. Und Jinko Solar liefert Module für die Universität Luzern

(se/ck/sda)