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Warenhäuser
Globus-Chef: «Wir sind Trüffelschweine»

Mittelfristig 200 Millionen Franken Online-Umsatz angestrebt: Globus-Chef Thomas Herbert will zum starken Digital-Player werden

Thomas Herbert will Globus online deutlich zum Wachsen bringen.

Quelle: Florian Kalotay

Der Globus-Chef Thomas Herbert will online stark aufdrehen. Er muss - denn im stationären Bereich wird es immer schwieriger.

Von Andreas Güntert und Marcel Speiser
am 26.09.2018

Die Schweizer Globus-Warenhäuer wollen ihren Online-Umsatz markant steigern. Das sagt Globus-Chef Thomas Herbert im grossen Interview mit der «Handelszeitung»: «Die Zielsetzung für 2019 liegt bei 100 Millionen Franken. Mittelfristig, also bis in die Jahre 2024 und 2025, planen wir mit einem Online-Umsatz von 200 Millionen.»

Warenhäuser im Plus, Gruppe umbaubedingt im Kriechgang

Im laufenden Jahr seien die Globus-Warenhäuser gut unterwegs, sagt Herbert weiter. «Mit den Warenhäusern liegen wir in den ersten acht Monaten ein knappes Prozent über Vorjahr, was wir so bis Ende Jahr halten dürften.» Das Plus stamme allerdings ausschliesslich aus dem Online-Geschäft.

Für den Geschäftsgang der ganzen Gruppe ist Herbert weniger optimistisch, weil man im Zuge der One-Brand-Strategie mit den ehemaligen Schild- und Herren-Globus-Geschäften im Umbau war. «Bezogen auf die ganze Gruppe werden wir durch diesen Effekt per Ende Jahr wohl etwa um drei Umsatzprozente verlieren.» 

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Permanente Suche nach Exklusivitäten

Wichtig im Warenhaus-Geschäft sei es, den Kunden Exklusivitäten zu bieten, sagt Herbert. Also vor allem Marken, die sie sonst nirgendwo fänden: «Wir sind Trüffelschweine, die auf der ganzen Welt unterwegs sind und versuchen, Edles und Seltenes zu finden, das wir exklusiv anbieten können.» 

Vor der Internet-Zeit habe es noch gereicht etwas in Zürich anzubieten, was sonst keiner hatte in der Stadt. Heute sei fast schon Europa zu klein bezüglich Exklusivität – weil die grossen Online-Häuser alles auch schon hätten. 

Warum der Navyboot-Deal sein musste

Im Gespräch geht der Globus-Chef auch ausführlich auf den Navyboot-Deal ein, der vielerorts nicht verstanden wurde. Navyboot, sagt Herbert, sei unter dem Dach der Globus-Gruppe bezüglich Umsatz die mit Abstand wichtigste Einzelmarke. Per Navyboot-Deal sei es nun gelungen, sich die Lizenzen zu sichern. Damit könne man Navyboot-Schuhe und Textilien nun selber prägen. 

Von strategischer Wichtigkeit dabei auch gewesen, dass niemand anders Navyboot übernehmen konnte, sagt Herbert: «Das wäre eine ungute Entwicklung gewesen. Ein anderer Käufer hätte auf die Idee kommen können, die Marke anders auszurichten. Das wäre ebenfalls nicht in unserem Interesse gewesen.»

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