Die kriminellen Handlungen eines ABB-Managers in Südkorea kommen den Konzern weniger teuer zu stehen als bislang angenommen. Die Belastung vor Steuern liegt im Geschäftsjahr 2016 bei 73 Millionen Dollar und bleibt damit unter den im Februar geschätzten 100 Millionen Dollar.

Grund für den geringeren Betrag sind zu erwartende Versicherungsentschädigungen in Höhe von rund 30 Millionen Dollar, wie ABB am Montag mitteilte.

Mann tauchte unter

Der Geldverwalter der ABB-Niederlassung in Südkorea wird verdächtigt, Unternehmensgelder im Umfang von rund 100 Millionen Dollar veruntreut zu haben. Erst als der Mann am 7. Februar untertauchte, entdeckte ABB erhebliche finanzielle Unstimmigkeiten.

Inzwischen läuft eine Untersuchung, in die unabhängige Kriminologen und Juristen involviert sind. Zudem besteht eine Kooperation mit den Strafverfolgungsbehörden.

Kontrollen mangelhaft

Die Buchprüfer von Ernst & Young werfen dem Management des Schweizer Elektrokonzerns ABB nach dem Betrugsfall in Südkorea schwere Versäumnisse vor. Das Unternehmen habe die Finanzberichterstattung nicht effektiv kontrolliert, erklärten die Buchprüfer in dem am Montag veröffentlichten Geschäftsbericht von ABB.

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(sda/reuters/jfr)