Die massive Pannenserie setzt der Opel-Mutter General Motors (GM) immer stärker zu. Während der US-Erzrivale Ford seinen Gewinn im zweiten Quartal halten konnte und in Europa wieder profitabel ist, tut sich für GM eine Baustelle nach der anderen auf.

Der Konzernüberschuss brach um 84 Prozent auf 190 Millionen Dollar ein. Ausserdem weitete sich der Verlust im Europa-Geschäft überraschend aus. Das Management betonte dennoch, GM sei auf Kurs, bis Mitte des Jahrzehnts hier wieder Gewinne zu machen.

GM hat in den vergangenen Monaten rund 29 Millionen Autos in die Werkstätten zurückgerufen. Unter anderem gibt es Probleme mit den Zündschlössern, so dass während der Fahrt der Motor abgewürgt werden kann. Mehrere Unfälle mit mindestens 13 Toten werden damit in Zusammenhang gebracht.

GM steht in der Kritik, weil der Autobauer die Öffentlichkeit zu spät informiert haben soll. Mindestens 400 Millionen Dollar will das Unternehmen nun in einen Entschädigungsfonds für Opfer einzahlen. 200 Millionen Dollar könnten später noch einmal hinzukommen.

Kurz vor der Bekanntgabe seiner Geschäftszahlen für das zweite Quartal hat GM die jüngste technischen Probleme eingeräumt. Weltweit müssen knapp 823'000 weitere Wagen wegen diverser Defekte in die Werkstätten - unter anderem wegen nicht richtig befestigter Sitze, unzuverlässiger Blinker und einer ausfallenden Servolenkung.

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Drei Mal so grosser Verlust

Im Europa-Geschäft weitete sich der operative Verlust im vergangenen Quartal auf 305 Millionen Dollar aus - fast drei Mal soviel wie im Vorjahreszeitraum. Bei Ford blieben dort dagegen vor Steuern 14 Millionen Dollar als Gewinn hängen, wie der zweitgrösste Auto-Hersteller der USA mitteilte. Es ist das erste Plus seit drei Jahren. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Verlust von 306 Millionen Dollar zu Buche.

Der Vorsteuergewinn des Konzerns belief sich im Frühjahr insgesamt auf 2,6 Milliarden Dollar - in etwa soviel wie im Jahr zuvor. In Europa und Nordamerika lief das Geschäft besser als erwartet, in Asien und Südamerika dagegen überraschend schlecht.

Im Gesamtjahr 2014 sollen vor Steuern sieben bis acht Milliarden Dollar verdient werden, bekräftigte das Ford-Management.

Im vorbörslichen US-Handel verloren GM-Aktien am Donnerstag drei Prozent. Ford-Papiere gewannen dagegen mehr als ein Prozent.

(sda/chb)