Im Skandal um fehlerhafte Zündschlösser droht General Motors (GM) einer Zeitung zufolge eine Rekordstrafe. Ermittler des US-Justizministeriums hätten Hinweise auf kriminelles Verhalten ausfindig gemacht, berichtete die «New York Times» in der Nacht zum Samstag unter Berufung auf mit den Untersuchungen vertraute Personen.

Zwischen dem Autobauer und dem Ministerium liefen Verhandlungen über eine Einigung, die bereits im Sommer abgeschlossen sein könnten. Über die Höhe der damit verbundenen Strafzahlung werde noch diskutiert.

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Mehr als 1,2 Milliarden Dollar

Es werde jedoch erwartet, dass sie die 1,2 Milliarden Dollar übersteigt, die Toyota Motor im vergangenen Jahr wegen eines Defekts zahlen musste.

Sollte sich der Konzern tatsächlich mit dem Justizministerium einigen, wären seine juristischen Probleme in der Affäre dem Bericht zufolge noch nicht ausgestanden.

Weitere Klagewelle erwartet

Auch die Staatanwaltschaften einzelner Bundesstaaten haben Ermittlungen eingeleitet. Dazu kommen Klagen von Privatpersonen.

Auf Bundesebene werde zudem weiter gegen ehemalige GM-Mitarbeiter ermittelt, hiess es in der «New York Times» weiter. Ihnen drohten Klagen. Die Opel-Mutter nahm der Zeitung zufolge zu den Angaben nicht Stellung.

100 Todesfälle durch defekte Zündschlösser

GM hatte erst 2014 etwa 2,6 Millionen Fahrzeuge wegen defekter Zündschlösser zurückgerufen, obwohl das Problem seit Jahren bekannt war.

Bei den Wagen bestand die Gefahr, dass der Zündschlüssel unbeabsichtigt in die Aus-Position springt. Dadurch könnte während der Fahrt der Motor ausgehen und elektronische Systeme wie Servolenkung, Bremskraftverstärker und Airbags abschalten. Mit dem Defekt werden fast 100 Todesfälle in Verbindung gebracht.

(awp/gku)