Nach der tödlichen Pannenserie wegen defekter Zündschlösser baut der US-Autokonzern General Motors die Führung im Bereich Konstruktion um. Der bisherige Chef der Sparte, John Calabrese, räumt im August seinen Posten, wie GM am Dienstag mitteilte.

Der Abschied des 55-jährigen Calabrese, der in den vergangenen 15 Jahren in verschiedenen Positionen mit Konzernchefin Mary Barra zusammenarbeitete, habe aber nichts mit dem Zündschloss-Skandal zu tun, sagte GM-Entwicklungschef Mark Reuss.

Angesichts immer komplexerer Systeme im Autobau könne GM mit dem Umbau im Konstruktionsbereich schneller auf mögliche Probleme reagieren, erklärte Reuss. Der Bereich Konstruktion werde in die neu geschaffenen Sparten «Globale Produktintegrität» und «Globale Komponenten und Teilsysteme» aufgeteilt.

US-Behörden untersuchen

Calabreses Abgang ist der grösste Wechsel im Spitzenmanagement seit Beginn des millionenfachen Rückrufs wegen des Defekts im Februar. GM sieht sich zahlreichen Klagen ausgesetzt. Bei Unfällen, die durch defekte Zündschlösser ausgelöst wurden, starben in den vergangenen Jahren mindestens 13 Menschen, 2,6 Millionen Autos wurden in die Werkstätten zurückgerufen.

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Die US-Behörden untersuchen, warum GM mit dem Rückruf solange wartete, obwohl die Probleme mit den Zündschlössern seit mehr als zehn Jahren bekannt waren.

GM ist der Ansicht, für Vorfälle vor dem Jahr 2009, als das Unternehmen aus der Insolvenz kam, nicht belangt werden zu können, weil der Konzern inzwischen rechtlich ein neues Unternehmen ist.

(awp/vst/moh)