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GM verliert mit Opel Millionen, Chevrolet legt zu

Opel - hier zu sehen das Modell Meriva - wird bis auf Weiteres von Strategievorstand Thomas Sedran geleitet. (Bild: Keystone)

Opel und Vauxhall machen keine gute Figur: General Motors hat im zweiten Quartal im Europageschäft einen deutlichen Verlust eingefahren. Chevrolet holt derweil mächtig auf.

Veröffentlicht am 02.08.2012

Für Opel geht es weiter abwärts. Während sich unverkaufte Autos auf den Höfen der Händler ansammeln, türmen sich die Verluste bei dem Rüsselsheimer Autobauer auf. Die Schuldenkrise hält die Kunden vom Kauf ab. Zuletzt hat sich die Lage für die General-Motors-Tochter noch einmal verschlechtert. Die Rezession verfestige sich, erklärte der GM-Manager und Opel-Aufsichtsratsvorsitzende Stephen Girsky heute.

Der US-Mutterkonzern General Motors schrieb im zweiten Quartal in seinem Europageschäft - das im Wesentlichen aus Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall besteht - einen operativen Verlust von 361 Millionen Dollar. Im ersten Quartal hatte der Verlust noch bei 256 Millionen Dollar gelegen. Im Vorjahreszeitraum hatte GM Europe sogar Gewinn gemacht.

«Wir sind nicht schnell genug gewesen, um jene Faktoren anzugehen, die wir beeinflussen können», sagte Girsky. «Wir haben einen klaren Plan, um dies zu ändern. Insbesondere wenn wir uns vor Augen führen, wie deutlich der europäische Markt zurückgeht und wie sich das auf die Automobilindustrie auswirkt.»

Die Opel-Werke sind bei Weitem nicht ausgelastet, immer wieder wird über die Schliessung des Standorts Bochum spekuliert. Um die Probleme anzugehen, hatte die Konzernführung aus Detroit grosse Teile des Opel-Managements ausgetauscht. Auch Firmenchef Karl-Friedrich Stracke musste Mitte Juli gehen. Das Unternehmen wird nun bis auf Weiteres von Strategievorstand Thomas Sedran geleitet.

Chevrolet legt zu

Im zweiten Quartal gingen die Verkäufe von Opel und Vauxhall im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 298'000 zurück. «Wir arbeiten hart, um unsere Profitabilität zu verbessern», erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Girsky. Die Kosten in der Produktion sollen runter, auch die Bürokratie soll reduziert werden. Parallel hofft Opel darauf, mit neuen Modellen wie dem kleinen SUV Mokka die Kunden zurückzugewinnen. Das Auto erscheint im dritten Quartal. Anfang 2013 folgt der Kleinwagen Adam.

Die Probleme in Europa belasten den gesamten GM-Konzern. Erschwerend kommt hinzu, dass auch das Geschäft auf dem Heimatmarkt Nordamerika zuletzt weniger Geld abgeworfen hat. Unterm Strich verdiente GM noch 1,5 Milliarden Dollar - was ein Rückgang von 41 Prozent war. Der Umsatz schrumpfte um 4 Prozent auf 37,6 Milliarden Dollar. «Wir haben sicherlich noch mehr Arbeit vor uns, um dem Gegenwind zu trotzen, der uns besonders in Regionen wie Europa und Südamerika entgegen bläst», sagte GM-Chef Dan Akerson in Detroit. 

Während sich bei Opel die Kunden rar machen, darf sich die verwandte Marke Chevrolet über reichlich Zulauf freuen. Mitten in der Schuldenkrise gelingt es dem Lieblingskind von General Motors, mehr Wagen als im Vorjahreszeitraum in Europa abzusetzen. Chevrolet wurde im zweiten Quartal 155'000 Autos los, ein Plus von 7 Prozent. Chevrolet verkauft damit in Europa bereits mehr als halb so viele Fahrzeuge wie das Traditionsgespann Opel/Vauxhall.

(tno/chb/awp)

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