Die Goldbach Group hat das vergangene Jahr genutzt, um Strategie und Geschäftsbereiche zu überprüfen. Das Management hat sich dabei von unrentablen Einheiten getrennt und fokussiert auf die Kernkompetenzen in der Vermarktung von Bewegtbildern. Operativ konnte der Umsatz dank einem stärkeren zweiten Semester leicht gesteigert werden, die Ertragskraft nahm dagegen ab. Diese soll im laufenden Jahr nun aber wieder deutlich verbessert werden.

Umsatz nahm leicht zu

Der Umsatz der Goldbach Group nahm 2014 leicht um 1,2 Prozent auf 463,9 Millionen Franken zu. Nach einem noch leichten Umsatzminus in den ersten sechs Monaten, resultierte im zweiten Semester ein Wachstum von 3,8 Prozent. Der Ebitda der Gruppe verminderte sich um 21 Prozent auf 27,5 Millionen, die entsprechende Marge verringerte sich damit auf 5,9 Prozent nach 7,6 Prozent im Vorjahr. Als Gründe für den Rückgang werden eine tiefere Profitabilität im TV-Geschäft in der Schweiz sowie Investitionen in den Aufbau des Marktes Deutschland im Umfang von 1,2 Millionen angeführt.

Der Ebit verminderte sich um 20 Prozent auf 24,2 Millionen, der Gewinnanteil der Goldbach-Aktionäre nahm um 4,8 Prozent auf 2,5 Millionen ab. Die Gruppe hat ihre Rechnungslegung per 2014 von IFRS auf Swiss GAAP FER umgestellt und die Zahlen für das Vorjahr entsprechend angepasst.

Die Aktionäre sollen eine Dividende von unverändert 0,80 Franken erhalten, schreibt die Werbevermarkterin am Dienstag in einer Mitteilung.

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Stärkeres zweites Halbjahr

Im Heimmarkt Schweiz stieg der Umsatz aus der Werbevermarktung (Segment Ad Sales) dank einem gut laufenden TV-Geschäft um 1,5 Prozent auf 394,2 Millionen. Das Radiogeschäft habe die Talsohle mittlerweile durchschritten und sich im zweiten Halbjahr mit einem Plus von 18 Prozent deutlich erholt, so die Mitteilung. Hingegen sei das Online-Geschäft herausfordernd geblieben. Die Umsatzverluste im Bereich Display hätten dabei durch ein zweistelliges Wachstum im Bereich Video nicht vollständig kompensiert werden konnten. Dank der Verlängerung der Zusammenarbeit mit SevenOne Media (Schweiz) AG geht Goldbach im wichtigsten Geschäftspfeiler von einer weiterhin stabilen Umsatzentwicklung aus.

Insbesondere als Folge des Rückzugs aus den Märkten Russland und Rumänien nahm der Umsatz in der Werbevermarktung ausserhalb der Schweiz um knapp 20 Prozent auf 26 Millionen ab.

Um 7 Prozent auf 48,7 Millionen haben die Umsätze dagegen im zweiten Geschäftsfeld Marketing Services zugelegt.

Bereinigung Geschäftsportfolio abgeschlossen

Das vom Management im Vorfeld als Übergangsjahr bezeichnete 2014 sei geprägt gewesen von bedeutenden strategischen Weichenstellungen und operativen Herausforderungen. So habe die angekündigte Überprüfung aller Geschäftsbereiche zur Fokussierung auf die Kernkompetenzen als Vermarktungsdienstleisterin mit Fokus auf die Region Dach (Deutschland, Österreich, Schweiz) inklusive Polen geführt.

Parallel zog sich die Gruppe aus Russland und Rumänien zurück, schloss das Agenturgeschäft in Polen und beschloss kürzlich noch den Austritt aus der Marktregion Adriatic. Damit sei die Bereinigung des Geschäftsportfolios abgeschlossen und die wesentlichen Bilanzrisiken eliminiert. Die Aufwendungen sowie Wertberichtungen für diese Massnahmen belasteten die Erfolgsrechnung 2014 mit 4,4 Millionen.

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Für das laufende Jahr erwartet die Gruppe aus heutiger Optik ein Umsatzwachstum im fortgeführten Geschäft im tieferen einstelligen Prozentbereich, getrieben durch ein weiterhin wachsendes TV-Geschäft sowie eine anhaltende Erholung im Bereich Radio. Aufgrund der verbesserten Profitabilität des Kerngeschäfts und des Wegfalls von Sondereffekten wird trotz Aufbaukosten für den Markt Deutschland eine substanzielle Verbesserung des Reingewinns angestrebt.

(awp/sda/chb)