Die Goldbach Group weist für das erste Semester insgesamt einen leicht tieferen Umsatz und deutlich gesunkene Gewinnzahlen aus. Weiterhin wenig Freude bereiten die Geschäfte in Osteuropa. Nach dem bereits angekündigten Rückzug aus Russland will sich die Gruppe nun auch aus Rumänien und zumindest teilweise aus Polen verabschieden. Der Ausblick für das bereinigte Jahresergebnis wird bestätigt.

Der Umsatz der Werbevermarkterin verminderte sich im ersten Semester 2014 um 1,6 Prozent auf 217 Millionen Franken. Der Ebit nahm überproportional um 26 Prozent auf 9,7 Millionen Franken ab. Die entsprechende Marge betrug daher noch 4,5 Prozent nach 5,9 Prozent im Vorjahr. Damit liege man im Rahmen der eigenen Erwartungen, schreibt Goldbach in einer Mitteilung. Unter dem Strich verblieb ein Reingewinn von 1,1 Millionen nach 2,6 Millionen im Vorjahr.

Deutlich unter Erwartungen

Mit den ausgewiesenen Zahlen liegt Goldbach insbesondere auf den Gewinnebenen deutlich unter den Schätzungen der ZKB.
Unter den Regionen resultierte einzig in der für die Gruppe zentralen «Dach»-Region (Schweiz, Deutschland, Österreich) eine positive Umsatzentwicklung.

Die Erlöse erhöhten sich hier um 0,9 Prozent auf 209,8 Millionen zu. Der Ebit verringerte sich dagegen um 22 Prozent auf 14,5 Millionen, die Marge nahm damit auf 6,7 Prozent nach 8,7 Prozent in der Vorjahresperiode ab. Negativ zu Buche schlugen hier insbesondere höhere Forschungskosten sowie eine leicht tiefere Marge bei den grossen TV-Kanälen.

Anspruchvolles TV-Geschäft in der Schweiz

Als «anspruchsvoll» bezeichnet Goldbach das Schweizer TV-Geschäft in der Berichtsperiode. Hier wirkten sich die Olympischen Winterspiele sowie die Fussball-Weltmeisterschaft, welche traditionell in den Kanälen der SRG übertragen werden, negativ aus. Auch die im letzten Jahr erfolgte Anpassung der TV-Reichweitenmessung, welche bei den von Goldbach vermarkteten Sendern zu insgesamt tieferen Quoten führte, wirkt weiter nach. Insgesamt verzeichnete die Gruppe in einem leicht wachsenden Schweizer TV-Markt stabile Fernseherlöse.

Im Bereich Radio habe sich nach einem schwachen Start im ersten Quartal im zweiten Jahresviertel mit der Akquisition von Neukunden und unter neuer Führung eine deutliche Verbesserung abgezeichnet. Im Audience-Geschäft werde das Wachstum weiter von der Produktelinie Video getrieben, welche zweistellig zulege. In Österreich erzielte Goldbach im ersten Halbjahr in allen Geschäftsfeldern ein Umsatzwachstum.

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Rückzug aus Rumänien und teilweise aus Polen

Weiterhin mit Problemen kämpft die Gruppe in der Region Osteuropa. Hier reduzierte sich der Umsatz nach dem bereits erfolgten Rückzug aus Tschechien und Russland um 44 Prozent auf 5,3 Millionen. Auf Stufe EBIT fiel erneut ein Verlust von 0,7 Millionen Franken an (Vorjahr minus 0,3 Millionen), wobei der Rückzug aus Russland das Ergebnis einmalig belastet habe.

Das Goldbach-Management reagiert auf die weiterhin unbefriedigende Situation und hat im Rahmen des aktuell laufenden Strategieprozesses den vollständigen Rückzug aus Rumänien sowie den Abschied vom Agentur-Geschäft in Polen beschlossen.

In der kleinsten Konzernregion, dem adriatischen Raum (Adriatic), ging der Umsatz im ersten Semester 2014 um 60 Prozent auf noch 2,3 Millionen zurück. Als Gründe führt Goldbach vor allem Kundenverluste im Bereich Tourismus an. Der Ebit der Region Adriatic betrug noch 0,03 Millionen Franken nach 0,5 Millionen im Vorjahr. Im aktuellen Strategieprozess würden auch in der Region Adriatic bis Ende Jahr Massnahmen zur Stabilisierung evaluiert, so die Mitteilung weiter.

Ausblick bestätigt

Mit Blick nach vorne bestätigt das Goldbach-Management den bisherigen Ausblick auf das als Übergangsperiode betrachtete Gesamtjahr 2014. Unter Berücksichtigung des schwierigeren Marktumfeldes und bereinigt um die Marktaustritte in Russland, Rumänien und in Teilen Polens wird auf bereinigter Basis weiter ein Reingewinn auf dem Niveau von 2012 erwartet. Die Umsätze werden weiterhin insgesamt stabil auf Vorjahreshöhe gesehen.

(awp/dbe/ama)