Die Goldbach Group hat ihre Profitabilität im vergangenen Jahr wie angepeilt verbessert. Die Aktionäre sollen davon in Form einer höheren Dividende profitieren. Für das laufende Jahr strebt die Werbevermarkterin eine weitere Stärkung der Ertragskraft an. Der Generalversammlung wird die Zuwahl des ehemaligen Swisscom-Chefs Jens Alder als neuer Verwaltungsratspräsident vorgeschlagen.

Der Ebit stieg 2012 um 6,9 Prozent auf 32,1 Millionen Franken. Die entsprechende Marge habe sich damit in einem insgesamt rezessiven Werbeumfeld um 50 Basispunkte auf 7,2 Prozent erhöht, schreibt die Werbevermarkterin in einer Mitteilung vom Dienstag. Zum besseren Ergebnis beigetragen haben insbesondere tiefere Wertminderungen sowie leicht verminderte Personalkosten.

Der den Aktionären zurechenbare Reingewinn erhöhte sich vor allem dank des Wegfalls einmaliger Verluste auf aufgegebenen Geschäftsbereichen gar um 51 Prozent auf 9,1 Millionen Franken. Der Konzerngewinn insgesamt wird mit 23,2 Millionen Franken nach 18,8 Millionen im Vorjahr ausgewiesen. Der Verwaltungsrat schlägt den Aktionären auf 0,80 Franken erhöhte Dividende vor. Im Vorjahr waren 0,71 Franken ausbezahlt worden.

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Der Umsatz wurde auf provisorischer Basis bereits Ende Januar mit 445 Millionen und damit ganz knapp unter Vorjahr bekannt gegeben und nun bestätigt. Die von der Gruppe ausgewiesenen Zahlen liegen insbesondere bezüglich EBIT über den Erwartungen.

Segmente Media und Audience mit höherer Ebit-Marge

In der für die Gruppe zentralen Geschäftseinheit Media, in der die TV- und Radio-Vermarktung mit Schwerpunkt Schweiz zusammengefasst ist, resultierte aus einem um 4 Prozent höheren Umsatz von knapp 352 Millionen ein knapp 9 Prozent höherer EBIT von 36,9 Millionen. Die Ebit-Marge verbesserte sich um 40 Basispunkte auf 10,5 Prozent.

Sowohl das TV- (Umsatz +2,5 Prozent) wie auch das Radiogeschäft (+12,6 Prozent) hätten sich insgesamt entgegen dem allgemein rezessiven Werbetrend erfreulich entwickelt. Es sei gelungen, das Neukundengeschäft weiter auszubauen und dadurch die Kundenbasis breit abzustützen.

In der Schweiz wurde das Portfolio für das laufende Jahr im TV-Bereich mit neuen Spartensendern ergänzt. Gut vorangekommen ist die Gruppe auch im Rumänien, wo das lokale TV-Netzwerk mittlerweile 37 Sender umfasse. Mit der Zunahme um 40 Prozent des Werbevolumens im Jahr 2012 zeichne sich ein Erfolg der 2011 eingeleiteten Expansion nach Osteuropa in der Bewegtbild-Strategie ab, gibt sich Goldbach erfreut.

Das Geschäftsfeld Goldbach Audience (Online-Werbung) hat abermals an Umsatz verloren (-17 Prozent). Allerdings habe sich der Rückgang vor allem im Display-Geschäft im zweiten Semester deutlich verlangsamt. Dank rigorosem Kostenmanagement sowie dem bewussten Verzicht auf margenschwache Mandate stieg der EBIT dagegen um 67 Prozent auf knapp 6 Millionen, die Marge verdoppelte sich damit auf 9,6 Prozent. Enthalten ist darin ein positiver Einmaleffekt in Höhe von 2,1 Millionen aus dem ersten Semester aus der Auflösung einer Lizenzvereinbarung mit Adconion.

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Im kleinsten Bereich Interactive belasteten die hohen Investitionen in den internationalen Ausbau die Profitabilität. Der EBIT verminderte sich um 65 Prozent auf noch 0,8 Millionen, die Marge beträgt noch 2,1 Prozent. Goldbach Interactive sei inzwischen im gesamten deutschsprachigen Raum sowie in Polen und Russland aktiv.

Weitere Steigerung der Profitabilität

Für das laufende Jahr 2013 erwartet die Gruppe nach der Implementierung von organisatorischen Restrukturierungsmassnahmen in Osteuropa und dem adriatischen Raum sowie gruppenweiter Kostenreduktionen eine weitere Stärkung der Profitabilität. Zudem werde der Markteintritt der Business Line Media in weitere Länder geprüft, um die Position der Gruppe im Bereich Bewegtbild auszubauen.

«Die Verlagerung von Werbung in elektronische Medien ist noch nicht abgeschlossen», zeigt sich CEO Klaus Kappeler gemäss Mitteilung zuversichtlich. Seine Gruppe stehe mit ihrem Netz im deutschsprachigen, osteuropäischen und adriatischen Raum bereit, wenn die Konjunktur anziehe und die Märkte Nachholbedarf zeigen würden, so der Konzernchef weiter.

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Jens Alder als neuer VRP vorgeschlagen

Mit der Bekanntgabe der Jahreszahlen 2012 kündigte Goldbach auch einen Wechsel an der Spitze des Verwaltungsrates an. Der Generalversammlung Ende April wird die Zuwahl des früheren Swisscom-Chefs Jens Alder als neuer Präsident vorgeschlagen. Er tritt damit die Nachfolge von Bruno Widmer an, der sein Amt wie vorgesehen nach sechs Jahren niederlegt.

(muv/tke/awp/sda)