Kaum hatte sich die Nachricht von Michael Jacksons Tod wie ein Lauffeuer verbreitet, strömten die Leute in die Musikläden und besuchten die Musikdownload-Seiten. Auf Anfrage berichtet Robert Horvath, Sprecher von Orange Citydisc, dass am Freitag und Samstag nach Jacksons Tod die Läden leergekauft wurden. Auch bei Musik Hug waren laut Sprecher Michael Kern die Titel des King of Pop zeitweise ausverkauft. Manor schnitt sich ebenfalls ein Stück vom Kuchen ab: Pressesprecher Andreas Richter berichtet von einer zweistelligen Zunahme der CD-Verkäufe.

Sony Music, Inhaberin der Verwertungsrechte von Michael Jackson in der Schweiz, war jedoch gut gerüstet und konnte leere CD-Regale grösstenteils vermeiden. Ironie des Schicksals ist, dass der erhöhte Lagerbestand beim Major-Label bereits eine Vorbereitung für die geplante Welttournee von Jackson war. Durch dessen unerwarteten Tod wurden allerdings alle Verkaufserwartungen übertroffen, seither laufen die CD-Pressen auf Hochtouren. Zu den Auswirkun-gen von Jacksons Tod berichtet Sony-Music Sprecher Sebastian Hornik Folgendes: 50% aller Single-Verkäufe und 25% aller Album-Verkäufe im Schweizer Markt gingen in der letzten Woche aufs Konto des King of Pop.

Nicht nur in den Plattenläden klingeln die Kassen, sondern auch bei den Musikdownloads. Laut Pressesprecher Roger Huber konnte ExLibris eine Zunahme der Downloads um 100% verzeichnen, was bis anhin ungefähr 180000 Downloads entspricht. Auch die wenigen Jackson-DVD fanden bei ExLibris reissenden Absatz, bei den Büchern über den King of Pop herrscht dasselbe Bild. Die Jackson-Mania überträgt sich auch auf die Alben der Jackson Five. Die Situation dürfte auch bei iTunes und Amazon nicht anders sein, beide Unternehmen wollten jedoch keine Zahlen nennen.

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Als Top-Seller geben praktisch alle Musikanbieter dieselben Alben an: «Thriller,» «Bad», «HIStory», aber auch die «Michael Jackson Collection» schwingen obenaus. Beim Alterssegment schliesslich ist kein Trend auszumachen: Alt und Jung zollen dem King of Pop Tribut und sorgen für dessen Comeback, wenigstens in den Charts.