Die wegen einer Reihe von Skandalen in die Kritik geratene US-Grossbank Goldman Sachs will mit einem neuen Regelwerk für Mitarbeiter künftig Interessenskonflikte bei der Betreuung von Kunden vermeiden. Ziel sei es, dass Goldman-Banker ihre Kunden immer bestmöglich berieten und fair behandelten.

So soll es beispielweise nicht mehr zu Situationen kommen, bei denen die Grossbank zwei gegnerische Parteien bei ein und demselben Geschäft betreut. Goldman-Chef Lloyd Blankfein stellte am Donnerstag auf der Jahreshauptversammlung in Salt Lake City die Ergebnisse einer dreijährigen internen Untersuchung vor.

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Goldman Sachs veröffentlichte im Internet zudem ein Video, in dem Blankfein eine Gruppe von Mitarbeitern zu einem grösseren Verantwortungsbewusstsein ermuntert und mehr Wachsamkeit bei fragwürdigen Deals verlangt. «Jeder muss die Ohren aufstellen und die Augen offenhalten, jeder muss wissen, was um ihn herum passiert, und ein Polizist für die Organisation sein», fordert der Spitzenbanker seine Untergebenen in dem Film auf.

«Kulturwandel braucht Zeit»

Vor den Aktionären räumte Blankfein zugleich ein, dass der gewünschte Kulturwandel und die Wiederherstellung des Ansehens der Grossbank ihre Zeit bräuchten. Das neue Regelwerk sei dabei nur der erste Schritt bei den Bemühungen, «die richtigen Lehren aus den jüngsten Erfahrungen» zu ziehen.

Im Zuge der Finanzkrise war Goldman Sachs unter anderem wegen dubioser Derivate-Geschäfte in die Kritik geraten. Der Vorwurf lautete, die Bank habe ihre Kunden absichtlich falsch beraten. Die US-Börsenaufsicht verklagte Goldman Sachs daraufhin im Jahr 2010.

Das Verfahren wurde später aber gegen eine Zahlung von 550 Millionen Dollar eingestellt. Blankfein räumte lediglich ein, die Bank habe einen Fehler gemacht. Im Kongress musste er sich dennoch unbequemen Fragen stellen.

(jev/rcv/sda)