Goldman Sachs wird wieder das Mass aller Dinge im Investmentbanking. Im dritten Quartal erwirtschaftete das Bankhaus einen Überschuss von 2,24 Milliarden Dollar. Das war ein Zuwachs von fast 50 Prozent zum Vorjahreszeitraum, wie das Institut am Donnerstag in New York mitteilte.

Damit übertraf es die Erwartungen von Analysten deutlich. Es war das beste Sommerquartal für den Konzern seit 2009. Die Quartalsdividende steigt nun um 5 Cent auf 60 Cent je Aktie. In vielen Bereichen des Kapitalmarktgeschäfts - etwa beim Beratungsgeschäft für Börsengänge oder Firmenübernahmen - hat sich Goldman wieder auf einen weltweiten Spitzenplatz zurückgekämpft.

Belebtes Geschäft

Goldman profitierte auch von den neuen Unsicherheiten an den Finanzmärkten. In den Vorquartalen hatten sich viele Anleger wegen des allmählichen Auslaufens der ultralockeren Geldpolitik der US-Notenbank mit Handelsgeschäften zurückgehalten.

Angesichts der neuen Schwankungen müssen Investoren aber verstärkt umschichten. Das belebt das Geschäft der Investmentbanken im Handel mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen. Hier stiegen die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 74 Prozent - und damit deutlich stärker als bei JP Morgan, Citigroup und der Bank of America, die ihre Zwischenbilanzen in den vergangenen Tagen vorgelegt hatten.

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Zudem lief das Geschäft mit Börsengängen noch gut, es könnte aber längerfristig unter den neuen Unsicherheiten leiden. Zudem zahlte sich aus, dass Goldman seine Boni-Politik etwas verändert hat und weniger Prämien im dritten Quartal zurückstellt.

Zufrieden aber ängstlich für die Zukunft

Goldman-Chef Lloyd Blankfein zeigte sich zufrieden mit dem übrigen Geschäft. «Die anziehende US-Konjunktur und unser starkes globales Netzwerk haben dafür gesorgt, dass die Kunden über alle unsere Sparten hinweg aktiv waren», erklärte er.

Allerdings räumte Blankfein ein, dass sich die Rahmenbedingungen auch schnell wieder ändern können. Vorboten einer neuen Krise gibt es bereits: In den vergangenen Tagen waren die Aktienmärkte rund um den Globus abgestürzt, weil sich die Konjunkturaussichten eintrübten. Das könnte das Kapitalmarktgeschäft der Grossbanken schnell wieder bremsen. Die Goldman-Aktie notierte vorbörslich denn auch 1,5 Prozent schwächer.

 (reuters/awp/ise/ama)