Die in Abu Dhabi domizilierte Golf-Fluggesellschaft Etihad will bei der angeschlagenen Alitalia einsteigen. Sie verhandelt über eine Beteiligung von 49 Prozent zum Preis von 350 Millionen Euro.

Der Deal soll laut einem Insider morgen Montag bekanntgegeben werden, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Er hätte den Nebeneffekt, dass der Papst künftig mit einer Gesellschaft fliegt, die fast zur Hälfte einem muslimischen Land gehört. Auch ihre Beteiligung an der stark verschuldeten Air Berlin will Etihad weiter ausbauen. Ein Vertragsabschluss soll kurz bevorstehen.

Damit bedrängt Etihad die Swiss, indem sie diese von Süden und von Norden her in die Zange nimmt. Air Berlin ist mit 1,5 Millionen Passagieren die Nummer 2 am Flughafen Zürich. Zudem verfolgt die Airline mit ihrer Tochtergesellschaft Etihad Regional ehrgeizige Expansionspläne. Sie will ein europäisches Kurzstreckennetz mit 34 neuen Destinationen aufbauen, das Umsteigepassagiere nach Zürich bringt. Diese sollen die Langstreckenflüge nach Abu Dhabi füllen, die der Carrier ab Sommer anbietet. Die EU könnte Etihad einen Strich durch die Rechnung machen. EU-Richtlinien verbieten, dass Nicht-EU-Airlines Gesellschaften des Binnenmarktes kontrollieren.

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(chb)