Ein Golf bleibt ein Golf – auch dann, wenn VW-Chefdesigner Walter de Silva die Linien und Konturen justiert und schärft. Die Einzigartigkeit des jetzigen Auftritts präjudiziere die künftige VW-Designsprache, glaubt Chefzeichner de Silva gar. Von einer «Ikone der Zukunft» schwärmen zudem die Konzernchefs. Nimmt mans etwas nüchterner, so darf man feststellen: Die 6. Golf-Generation wirkt straff, dynamisch und hochwertig. Sie wirkt mit praktisch gleichen Massen wie die älteren Brüder wie aus einem Guss, weil auf Experimente verzichtet wurde. Letzteres wäre vermessen gewesen für ein derart erfolgreiches Volumenmodell, das in den letzten 34 Jahren insgesamt 26-millionenmal vom Band rollte und heute in 180 Ländern zu kaufen ist. Letztlich geht es auch um den ökonomischen Erfolg; deshalb der Entscheid, den neuen Golf auf die Vorgängerplattform zu stellen, die Produktionszeit aber um über 20% – hoffentlich ohne Verlust der bisher sprichwörtlichen Verarbeitungsqualität – zu senken.

Qualität steht über allem

Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, glaubt an die Erfüllung des in dieser Preisklasse bis anhin nie zuvor realisierten Qualitätsanspruchs: «Wertiger denn je definiert der Golf VI das Qualitäts- und Komfortniveau seiner Klasse.» Ein erster Test bestätigt, dass die Wolfsburger seriöse Arbeit geleistet haben, etwa in der Geräuschdämmung (mit einer lärmreduzierenden Folie in der Frontscheibe), dann aber schwergewichtig auch im Motoren- und Getriebemanagement. Im Vergleich zur Generation V konnten die Verbrauchswerte teils um 28% gesenkt werden. 4,5 l/100 km für das Dieseltriebwerk beruhigen das Umweltgewissen und schonen das Portemonnaie. Zudem soll 2009 die Bluemotion-Variante (105 PS; 3,8 l/100 km) lanciert werden.

Den ganz Grossen abgeguckt

Deshalb macht der Golf Spass, beim Ansehen wie beim Fahren. Dazu kommen Assistenzsysteme, die der automobilen Golfklasse bisher fremd waren. Auf Wunsch fährt der Golf zukünftig nahezu selbstständig in Parklücken, hält auf der Autobahn via Distanzkontrolle (ACC) den Ideal-Abstand zum Restverkehr und wird auf Knopfdruck vom Cruiser zum Sportler, sobald die neue Adaptive Fahrwerksregelung (DCC) an Bord ist.

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