Die Mitgliederzahlen der in der European Golf Association (EGA) organisierten 37 nationalen Verbände sind im vergangenen Jahr weiter gewachsen. Per 31. Dezember 2006 gingen nahezu 4,3 Mio Menschen ihrem sportlichen Hobby als Mitglied eines Golfklubs nach – im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Plus von 3,0%. Insgesamt schlossen sich im EGA-Einzugsgebiet 124773 Personen neu einem Klub an, wobei es vier Verbände (Kasachstan, Litauen, Serbien & Montenegro sowie Slowenien) leider nicht schafften, zeitgerecht ihre aktuellen Zahlen in die EGA-Zentrale im waadtländischen Epalinges zu melden.

Rechnet man die Anzahl der Golfer sowie Golferinnen zwischen Norwegen und Israel (gehört ebenfalls der EGA an) auf die Gesamtbevölkerung um, so ergibt sich, dass sich statistisch gesehen etwa jeder 176. Europäer mehr oder wenig häufig auf einem Golfplatz tummelt. Erfreulich ist allerdings, dass im Jahr 2006 auf immerhin 154 Anlagen der «goldene Ball» – traditionell der erste Ball bei einer Neueröffnung – (ab)geschlagen werden konnte.

England hat weiter die Nase vorn

Mit weitem Abstand bleibt England die Nummer eins innerhalb der EGA – auch wenn 2006 erneut ein kleines Minus von 0,2% auf jetzt 872665 Klubgolfer zu verkraften war. Unverändert sind auch die beiden anderen Podestplätze: Schweden rangiert mit 539637 Mitgliedern weiter vor Deutschland mit 527427 Spielern.
Setzt sich jedoch die Entwicklung aus dem letzten Jahr weiter fort, so könnte es möglicherweise 2007 zu einer Ablösung auf dem dritten Platz kommen: Denn während in Deutschland ein Zuwachs von 20681 Golfern (+4,1%) erreicht wurde, mussten die Skandinavier einen Mitgliederrückgang von 5180 (–1,0%) verkraften.
Osterreich belegt mit 95833 Golfern (+6,7%) Rang 12, die Schweiz folgt mit 50578 Mitgliedern der Association Suisse de Golf (ASG) und einem Plus von 4,1% im vergangenen Jahr auf dem 15. Platz. Am Ende der Liste hat Bulgarien trotz 22,5% Zuwachs die rote Laterne behalten.

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Die Schweiz hat die Frauen gern

In einem Punkt haben allerdings die drei zentraleuropäischen Nationen Deutschland, Österreich und Schweiz klar die Nase vorn: Auf den Fairways in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) sind mit Abstand die meisten Damen unterwegs. In Deutschland sind 39,5% aller Klubmitglieder Frauen, knapp dahinter rangiert Österreich mit einem Anteil von 39,1%, gefolgt von der Schweiz mit 38,2%.
Eher «traditionell» geht es im Vereinigten Königreich zu: Beim Damenanteil liegen England (15,5%), Schottland (15,0%) und Wales (13,2%) weit hinten in der Tabelle. «No ladies, no dogs » – aber lassen wir das …

Spanien rüstet golferisch auf

Blickt man auf die absoluten Veränderungen, so ergibt sich ein klarer Sieger: Spanien. Satte 31162 Iberer (+11,1%) traten 2006 in einen Klub zwischen Santander und Málaga ein. Auf Platz zwei folgt, dank einem Plus von 23582 Personen (+10,1%), mit Schottland ebenfalls ein mitgliederstarker Verband; der dritte Platz wird von Deutschland belegt. Das Schlusslicht ist Schweden (–5180), ferner gehören Wales mit einem Rückgang von 2915 Golfern und Portugal (–1956) zu den wichtigen Verlierern.

Schweden lieben Golf

Beim Verhältnis der Golfer zur Gesamtbevölkerung bleibt Schweden absolute Spitze: Nach wie vor geht jeder 17. Schwede (zirka 6,0% der Bevölkerung) auf die Runde. Platz zwei hält das kleine Island, wo immerhin 5,3% der Bevölkerung (jeder 19. Einwohner) regelmässig abschlagen. Auf Rang drei folgt Schottland mit einem Anteil von 5,1%.
Nach wie vor eher kärglich sieht es in Deutschland aus: Lediglich jeder 157. Deutsche ist Klubgolfer – Platz 15 in der EGA-Liste. Einen Rang besser klassiert ist mit Position 14 die Schweiz mit 150 Golfern je Einwohner. Österreich belegt einen guten 11. Rang, immerhin jeder 86. ist dort golferisch aktiv.
Bei den Plätzen gab es 2006 keine Veränderungen an der Spitze. Im Gegenteil: Das ohnedies schon überlegen führende England fes-tigte mit gleich 36 Neueröffnungen seine Vormacht in Europa. Rang zwei geht mit 677 Kursen erneut an Deutschland, das seine Position mit 19 neuen Parcours ebenfalls untermauern konnte. Die schottischen Golfer haben nun 579 Kurse (+3) zur Verfügung.
Beim Blick auf die absoluten Veränderungen zeigt sich, dass auch in Spanien mit 24 neuen Plätzen und Italien (14) rege eröffnet wurde – nicht zuletzt wohl auch deshalb, weil beide Nationen ein beliebtes Ferienziel sind. Insgesamt machten in den EGA-Mitgliedsländern im zurückliegenden Jahr übrigens lediglich sechs Plätze dicht.

Holland verlangt viel Geduld

Wirklich nicht zu beneiden sind Platzbetreiber in Bulgarien, das für die wenigen Golfer ein echtes Paradies ist – mit statistisch gesehenen 42 Spielern pro Anlage gibt es wohl nie ein Problem mit den Startzeiten.
Genau das Gegenteil gilt für den Spitzenreiter der EGA-Liste, die Niederlande: 2006 drängelten sich trotz fünf neuer Kurse rein rechnerisch 1880 Spieler auf jeder Anlage – abermals die mit Abstand höchste Auslastung in Europa.
Für die schwedischen Fairways errechnet sich ein Durchschnittswert von 1221 Akteuren je Platz. Und dass die zahlreichen Eröffnungen in Spanien nicht grundlos erfolgten, zeigt der dritte Rang, den die Südeuropäer mit statistisch gesehen 1026 Golfern je Kurs in der Liste einnehmen. Rechnet man noch die zahlreichen Runden der Feriengäste hinzu, so dürften Anlagenbetreiber auf der Iberischen Halbinsel wohl zu den zufriedensten des vergangenen Jahres gehören. Ihre Kasse dürfte stimmen, Greenfees sei Dank.
Deutschland rangiert bei der Auslastung mit 779 Golfern je Platz auf Position 11, Österreich ist mit 630 Spielern 14. – die Schweiz folgt mit durchschnittlich 575 Akteuren je Klub zwei Ränge dahinter auf Platz 16, also auch hier auf einer Mittelfeldposition.

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