Beunruhigend ist die Tatsache, dass 2005 nur gerade zwei neue Golfplätze das Spielangebot in der Schweiz ergänzen, nicht. Aber als Fingerzeig mag diese - im Vergleich zur Periode 1995 bis 2003 - kleine Zahl dennoch dienen: Die Golfszene Schweiz legt eine Verschnaufpause ein. Diese begann sich vor zwei Jahren abzuzeichnen. Wobei die Gründe noch nicht klar eruierbar sind. Möglich - aber doch ob des Potenzials in der Schweiz eher unwahrscheinlich - ist ein Ende der richtig fetten Jahre im hiesigen Golfmarkt; ebenso könnte aber auch im wirtschaftlichen Umfeld nach Gründen gesucht werden. Oder sind es die potenziellen Investoren, die mit ihren Engagements vorsichtiger und zurückhaltender geworden sind? Man weiss, dass nicht wenige junge Klubs mit Finanzierungsproblemen, allem voran mit knappen Mitteln für die Betriebsrechnung, kämpfen. Derartige Negativbeispiele schrecken Investoren ab, vor allem dann, wenn die wirtschaftliche Basis für einen Golfplatz mangels Nähe zu wirtschaftlich potenten Grossräumen fehlt. Am ehesten anzunehmen ist allerdings, dass sich die aktuelle Ermüdungserscheinung aus vielen Einzelteilchen zusammensetzt und dass sich nicht eindeutig ein triftiger Grund herauskristallisiert.

Wer will, der kann spielen

Wie lange dieser Marschhalt andauert, ist schwierig abzuschätzen. An Ideen mangelt es nicht, Pläne liegen in den Schubladen, andere geistern durch die Köpfe mehr oder weniger ernsthafter Golfplatzinitianten. Richtig bekennen zu Neuprojekten wollen sich allerdings nur wenige. Eher wahrscheinlich sind, wo die Nachfrage besteht, Ausbauten bestehender 9-Loch-Plätze auf Championship-Grösse.

Zur Kenntnis zu nehmen ist zudem, dass heute ein Angebotsüberhang besteht. Das war bis weit in die späten 90er Jahre hinein nicht so. Jetzt aber findet jeder interessierte Golfer und jede interessierte Golferin eine Klubmitgliedschaft, die auf die persönlichen Bedürfnisse und nicht zuletzt auch die finanziellen Möglichkeiten zugeschnitten ist. Die Eintrittsgelder bewegen sich ab zirka 8000 Fr. an aufwärts, gegen oben mit offener Skala.

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Freude in der Südostschweiz

Zu jenen Klubs, die Neumitglieder aufnehmen, gehören Heidiland Bad Ragaz und Klosters. Die jüngsten Mitglieder der Association Suisse de Golf (ASG) sorgen für die Plätze Nr. 86 und 87 in unserem Land.

nGolfplatz Klosters: Die Frühlingssonne wirkt, Mitte Mai wird die Golf Academy von Tony Smith und Stephen Woods welch ein Name für Klosters! eröffnet. Der über dem Dorf gelegene und vom Kanadier Les Furber designte 9-Loch-Platz (Par 31, 1850 m lang) soll ab Juli 2005 bespielbar sein; die genaue Freigabe hängt vom Vegetationsstand ab. Investiert wurden 2,8 Mio Fr. Die angestrebte Zahl von 300 Klubmitgliedern ist noch nicht erreicht, Neumitglieder sind deshalb willkommen.

nGolfplatz Heidiland Bad Ragaz: Nicht bei Adam und Eva beginnen mussten bei den Planungsarbeiten die Grand Hotels Bad Ragaz. Das führende Health, Spa & Golf Resort der Schweiz betreibt seit Jahrzehnten einen eigenen 18-Loch-Course. Dieser wird nun unabhängig und mit einem eigenen Klub ergänzt mit einer 9er-Schleife südöstlich der bestehenden Anlage. Die Driving Range mit 40 Rasenabschlagplätzen und 21 regensicheren Abschlagmatten wird im Frühsommer in Betrieb genommen, der Platz dann im Spätsommer oder Frühherbst 2005. Investiert werden rund 5 Mio Fr., Architekt war das Büro von Peter Harradine. Auch Heidiland ist noch nicht ausgebucht. 150 Neumitglieder haben sich bisher eingeschrieben, für 250 weitere hat es in Bad Ragaz noch Platz.

Swiss Golf

Eine neue Marke

Österreich war das Vorbild, jetzt entdeckt auch die Schweiz wenn auch mit einiger Verspätung die touristische Bedeutung von Golf. Verantwortlich für einen neuen Auftritt ist die Marketingorganisation Victor Zindel &Partner GmbH, Maienfeld. Zindel arbeitet neu mit Schweiz Tourismus zusammen. Ziel dieser Partnerschaft ist die gemeinsame Vermarktung des hiesigen Golfsports im In-, vor allem aber im Ausland. Erstes gemeinsames Marketinginstrument ist der Swiss Golf Guide, der in einer Auflage von 130000 Exemplaren herausgegeben wird; unter der Dachmarke Swiss Golf sind sämtliche touristischen Leistungsträger (Hotels, Klubs, Destinationen und Regionen) aufgeführt.