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Google kauft Daily Deal

Die Gutschein-Plattform Daily Deal (Bild: Screenshot dailydeal.ch)

Gutscheine für Google: Der Online-Riese hat das Portal Daily Deal übernommen. Das Unternehmen verkauft in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich Rabattgutscheine im Internet.

Veröffentlicht am 19.09.2011

Der Suchmaschinengigant Google hat das deutschsprachige Rabattgutscheinportal Daily Deal gekauft. Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» beziffert den Kaufpreis unter Berufung auf «Branchenkreise» auf 150 bis 200 Millionen Dollar.

Daily Deal war von den Brüdern Fabian und Ferry Heilemann gegründet worden, die auch nach der Übernahme an Bord bleiben wollen. Der Groupon-Konkurrent vermarktet in Deutschland, Österreich und der Schweiz Rabatt-Gutscheine.

Der einstige Zwei-Mann-Betrieb hat heute rund 200 Mitarbeiter. Im Angebot sind Gutscheine für Reisen und Restaurantbesuche, Autowäschen und Massagen, aber auch Produkte wie Fahrräder und Espresso-Automaten. Im August startete Daily Deal auch ein Portal für kleinere und mittlere Unternehmen, auf dem etwa Software und Büroeinrichtung angeboten werden.

Im zweiten Quartal habe Daily Deal Gutscheine im Wert von 22,8 Millionen Dollar verkauft, berichtete die «Frankfurter Allgemeine Zeitung». Der Umsatz sei im Vergleich zum Vorquartal um 45 Prozent gestiegen, die Zahl der vermarkteten Coupons um 65 Prozent.

Gutscheinmarkt hart umkämpft

Daily Deal, Groupon und ähnliche Anbieter verbinden den klassischen Gruppenrabatt mit dem Erlebnis-Shopping: Den Gutschein gibt es nur, wenn genügend Käufer mitmachen. Da die Angebote befristet sind und täglich wechseln, müssen Nutzer schnell zuschlagen.

Google baut mit dem Zukauf seine Aktivitäten in lokalen Märkten aus. Nachdem eine Groupon-Übernahme Ende 2010 gescheitert war, begann der Internet-Riese, seinen eigenen Schnäppchen-Dienst Google Offers aufzubauen. Anfang September vermeldete der Suchmaschinen-Betreiber die Übernahme des US-Restaurantführers Zagat.

Der Gutscheinmarkt ist derzeit hart umkämpft. Groupon hat mit seinem Erfolg zahlreiche Nachahmer angelockt, etwa Living Social oder auch Facebook, das über «Deals» Rabatte vermarktet.

Experten bezweifeln Nachhaltigkeit

In der IT-Branche wird mittlerweile allerdings von vielen Experten bezweifelt, ob das Coupon-Geschäftsmodell tatsächlich nachhaltig ist. Im Kern steht die Frage, ob die Gutschein-Anbieter die Kunden tatsächlich an sich binden können und sich die hohen Rabatte langfristig auszahlen.

Der Marktführer Groupon wächst zwar rasant, verbrennt dabei aber viel Geld: 2010 lief bei einem Umsatz von 713 Millionen Dollar ein Nettoverlust von 413 Millionen Dollar auf, wie aus einem Bericht für die amerikanische Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Im zweiten Quartal 2011 lag das Minus bei 114 Millionen Dollar.

Nach einem Bericht des «Wall Street Journal» will Groupon seinen Börsengang verschieben, nicht zuletzt wegen der Turbulenzen an den Märkten.

(kgh/tno/laf/sda/awp)

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