Als Reaktion auf das US-Einreiseverbot für Menschen aus mehrheitlich muslimischen Ländern hat Google seine Mitarbeiter aus dem Ausland zurückgerufen. «Es ist schmerzlich zu sehen, wie sich diese Anordnung persönlich auf unsere Kollegen auswirkt˚, schrieb Google-Chef Sundar Pichai am Freitag (Ortszeit) in einer Nachricht an seine Mitarbeiter, aus der die Nachrichtenagentur Bloomberg zitierte.

«Wir haben unsere Position zu Einwanderungsfragen immer öffentlich bekannt gemacht und werden das auch weiterhin tun», heisst es darin weiter. Die Aufforderung, vor dem Inkrafttreten der Anordnung in die USA zurückzukehren, betrifft demnach mehr als 100 Google-Mitarbeiter, die sich derzeit beruflich oder privat im Ausland aufhalten und aus muslimischen Ländern stammen.

«Wir sind besorgt»

«Wir sind besorgt über die Auswirkungen dieser Anordnung und über alle Vorschläge, die Einschränkungen für Google-Mitarbeiter und ihre Familien mit sich bringen könnten, oder die Schranken aufbauen, die grosse Talente an der Einreise in die USA hindern könnten», sagte eine Google-Sprecherin später in einer Stellungnahme. Auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte sich am Freitag «besorgt» über eine Beschränkung der Einwanderung in die USA geäussert.

Trump hatte massive Einreisebeschränkungen verfügt, um «radikale islamische Terroristen» aus dem Land fernzuhalten. Die Behörden sollen so Zeit bekommen, ein neues System zur Überprüfung von Reisenden zu entwickeln. Der Erlass Trumps führte zu Unsicherheit und Panik bei vielen Reisenden aus Nordafrika und dem Nahen Osten.

Vorerst sind alle Flüchtlinge und viele Menschen aus muslimischen Ländern betroffen. Der Erlass gilt für Menschen aus dem Irak, dem Iran, dem Jemen, Libyen, Somalia, dem Sudan und Syrien. Die vorläufige Sperre für 90 Tage zählt aber auch für Bürger mit Green Card.

Menschen mit Arbeitserlaubnis aussen vor

Das heisst: Von dem Erlass sind auch Menschen betroffen, die eine gültige Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung für die USA besitzen. Das betätigte Behördensprecherin Gillian Christensen am Samstag. Der Inhaber einer Green Card hat das Recht, in den USA zu leben und zu arbeiten. Dieser rechtliche Status auch eine Etappe auf dem Weg zur Staatsbürgerschaft.

Die neuen Verbote zeigen bereits erste Wirkungen. Wie am Samstag aus Flughafenkreisen in Kairo verlautete, wurden dort fünf Iraker und ein Jemenit daran gehindert, eine EgyptAir-Maschine nach New York zu besteigen. Die Passagiere, die in Kairo umsteigen wollten, wurden demnach gestoppt und auf Flüge in ihre Heimatstaaten umgeleitet. Sie seien im Besitz von gültigen Visa gewesen.

(sda/me)

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