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Google verteilt künftig Domains

Datencenter in Oregon: Bald verfügt Google über ein eigenes Unterseekabel.   Keystone

Google will kleinere Firmen mit einem Domain-Dienst dabei unterstützen, eine Webseite aufzubauen. Mit einem eigenen Unterseekabel will der Konzern ausserdem Datenströme besser kontrollieren.

Veröffentlicht am 24.06.2014

Google wird zum Registrar für Internet-Domains. Ein erstes Angebot hat der Internet-Riese am Montagabend in einer Betaversion ins Netz gestellt. Das Angebot «Google Domains» lässt sich zunächst nur auf Einladung nutzen. Es richte sich vor allem an kleine Geschäftskunden, teilte Google mit. Der Internet-Konzern konkurriert mit seinen Google Apps mit Cloud-Anbietern wie Microsoft, Apple, Dropbox und Amazon.

Rund 55 Prozent der kleinen Unternehmen hätten noch immer keine Website, heisst es in der Google-Mitteilung weiter. Jede Firma beginne jedoch mit einer Online-Präsenz. Für die ersten Schritte einer eigenen Website könnten Nutzer bei Google nun eine passende Domain buchen – sei es mit den herkömmlichen Endungen wie .com oder eine der neuen Top-Level-Domains, die kürzlich freigeschaltet wurden. Für den Aufbau mobiler Websites will Google seine Kunden beratend unterstützen. Den Betrieb der Domains übernehmen Partner wie Weebly, Shopify und Wix.com.

Datenströme besser kontrollieren

Google erweitert ausserdem in einem anderen Bereich seine Kontrolle: Das Unternehmen will mehrere Millionen Dollar in ein privates Unterseekabel im Pazifik investieren. Damit könne sich der Internet-Konzern mehr Kontrolle über die Behandlung der Datenströme und deren Qualität sichern, heisst es in einem Bericht des «Wall Street Journal». Mit der Investition würde sich Google einen Anteil an einem neuen Seekabel durch den Pazifik sichern, das das eigene Datencenter in Oregon mit Japan verbinde. Die Zeitung beruft sich dabei auf zwei mit den Plänen vertraute Personen.

Softwarekonzerne wie Google und Facebook seien derzeit für den Löwenanteil des Datenwachstums weltweit verantwortlich. Investitionen in eigene Datenkabel illustrierten vor diesem Hintergrund einen Trend, der auch aus der Debatte um die Netzneutralität entstanden sei. Inzwischen würden Internetfirmen, Banken und Forschungsinstitute rund ein Viertel der weltweit verfügbaren Bandbreite bereits über private Netzwerke schicken. Im Atlantik liefen den Marktforschern von TeleGeography zufolge bereits 40 Prozent des Datenverkehrs in privaten Netzen. In der Regel teilen sich dabei mehrere Unternehmen die Leitungen.

(sda/me)

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