Der Internet-Suchmaschinenbetreiber Google will mit weiteren Zugeständnissen an die EU-Kommission eine Strafzahlung im laufenden Wettbewerbsverfahren vermeiden. Die EU-Kommission habe entsprechende Vorschläge von Google erhalten und prüfe diese nun, sagte ein Kommissionssprecher.

Er nannte keine Details und liess auch offen, ob die Konkurrenten die Vorschläge prüfen können. Ein Google-Sprecher sagte, das Unternehmen reagiere auf alle Bereiche, welche die EU als problematisch ansehe. «Wir arbeiten weiterhin mit der EU-Kommission zusammen, um den Fall zu lösen», sagte er.

Die Lobbygruppe FairSearch, zu deren Mitgliedern unter anderem Microsoft oder das Internet-Reisebüro Expedia gehören, forderte die EU-Kommission auf, eine Stellungnahme der anderen Unternehmen einzuholen.

Bereits im April hatte Google Vorschläge vorgelegt, um den Rechtsstreit aus dem Weg zu räumen. Diese gehen nach Einschätzung von FairSearch aber nicht weit genug.

Die EU wirft Google Missbrauch seiner Marktmacht vor. Das Unternehmen hat einen Anteil am europäischen Suchmaschinen-Markt von 80 Prozent. Die Ermittlungen laufen seit drei Jahren, dem Konzern droht eine Strafe von 5 Milliarden Dollar. Nach Einschätzung der EU-Kommission hat Google möglicherweise seine eigenen Suchdienste bevorzugt und die von Konkurrenten benachteiligt.

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Das Unternehmen soll zudem Reise- und Restaurantkritiken von konkurrierenden Seiten ohne Erlaubnis kopiert haben. Zudem soll das Unternehmen Anzeigenkunden behindert haben, mit ihrer Online-Werbung zur Konkurrenz zu wechseln.

(sda/chb)