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Doodle
Google wird vor Sotschi politisch

Google Doodle: Farben der Lesben- und Schwulenbewegung.  Google

Das Startbild der Suchmaschine steht heute ganz im Zeichen von Olympia. Doch die Farbgebung des Google Doodle verrät auch einen Protest gegen die Unterdrückung von Schwulen und Lesben in Russland.

Von Stefan Eiselin
am 07.02.2014

Die Startbilder der weltgrössten Suchmaschine sind inzwischen Kult. Jeden Tag sind sie einem anderen Thema gewidmet. Kein Wunder steht der Freitag bei Google im Zeichen der Olympischen Winterspiele. Denn im russischen Sotschi wird am Abend das sportliche Grossereignis eröffnet. Dem trägt der Internetriese auf seiner Startseite Rechnung. Der Schriftzug von Google wurde vom Künstler angepasst und in sechs farbige Rechtecke gesetzt. In jedem dieser Flächen ist eine Sportart abgebildet. Skifahren, Eishockey, Curling, Bob, Eiskunstlauf und Snowboard sind da verewigt.

Doch das ist noch nicht alles. Im Google Doodle ist auch eine subtile politische Botschaft versteckt. Denn die Rechtecke sind in den Farben rot, orange, gelb, grün, blau und violett gehalten. Das sind just die Farben der Regenbogenfahne, welche die schwul-lesbische Bewegung verwendet. Und sie hat wenig Freude an den Spielen in Russland.

Drastisches Gesetz gegen Schwule und Lesben

Darunter platzierte Google noch eine Botschaft. Der Konzern zitiert aus der Olympischen Charta. «Die Ausübung von Sport ist ein Menschenrecht. Im Sinne des olympischen Gedankens muss jeder Mensch die Möglichkeit zur Ausübung von Sport ohne Diskriminierung jeglicher Art haben. Dies erfordert gegenseitiges Verstehen im Geist von Freundschaft, Solidarität und Fairplay.» Doch genau das ist in Russland nicht gegeben.

Vergangenen Juni verabschiedete das russische Parlament mit grosser Mehrheit ein nationale Verbot der «Propaganda von nicht-traditionellen sexuellen Beziehungen gegenüber Minderjährigen». Damit drohen Schwulen und Lesben, die sich in der Öffentlichkeit zu ihrer Neigung bekennen, Geldstrafen und Haft. Das Dekret verbietet jegliche positive Berichterstattung über gleichgeschlechtliche Liebe.

Diverse Boykotte light

Wegen des Erlasses kam es bereits zu sanften Boykotten. So senden die Vereinigten Staaten keine hochrangigen Staatsvertreter zu den Olympischen Winterspielen ins russische Sotschi. Zuvor hatte bereits der deutsche Bundespräsident abgesagt.

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