Google will mit einer neuen Plattform für günstige Android-Telefone die Spitzenposition seines Betriebssystems weiter ausbauen. «Android One» soll Geräte zum Preis von 99 Dollar ermöglichen, kündigte Google-Manager Sundar Pichai in San Francisco zum Auftakt der Entwicklerkonferenz Google I/O.

Zugleich kündigte Google die nächste Android-Version an, die bisher nur mit dem Codenamen «L» bezeichnet wird. Sie bekommt optisch ein neues Design sowie verbesserte Funktionen unter anderem bei aktiven Benachrichtigungen, die laufende Apps wie Spiele nicht unterbrechen. Sie unterstützt wie erwartet Chips mit 64-Bit-Technologie, was unter anderem mehr Speicher erlaubt.

Zuvor wurde spekuliert, die neue Android-Version könnte «Lollipop» heissen, weil Google bisher verschiedene Süssigkeiten in alphabetischer Reihenfolge durchnahm.

Absoluter Marktleader

Android hat einen Anteil von rund 80 Prozent am Smartphone-Markt. Es gibt rund eine Milliarde aktiver Nutzer von Android-Geräten, Google will aber auch verstärkt die Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern wie Indien oder Brasilien vernetzen, die noch keine Smartphones haben. Google reagiert damit unter anderem auf den Vorstoss der Mozilla Stiftung mit Firefox OS. Bei Tablets erreichte Android laut Pichai inzwischen einen Marktanteil von 62 Prozent.

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40 neue Partner für Googles Android im Auto

Googles Projekt, Telefone mit seinem Android-System besser in Autos einzubinden, bekommt mehr Unterstützung von Fahrzeugherstellern. Der Konzern gab am Mittwoch 40 neue Partner bekannt. Darunter sind unter anderem Audi, Volkswagen, Opel, Renault und Volvo.

Google kündigte auf der Entwicklerkonferenz Google I/O zudem die speziell angepasste Variante Android Auto an. Sie soll die von Smartphone bekannte Bedienung auf die Bildschirme der Autos bringen.

Für die Navigation greift sie auf Google-Karten zurück. Software-Entwickler können speziell Apps für den Einsatz im Auto schreiben. Das System ähnelt dem Konzept «CarPlay» von Apple .

(sda/awp/chb)