1. Home
  2. Unternehmen
  3. Googles Pläne für das Auto der Zukunft

Smart Car
Googles Pläne für das Auto der Zukunft

Der Arcfox-7 des chinesischen Herstellers BAIC: Die Autoindustrie macht einen Sprung. Bild: Keystone

Der Betriebssystem Android des US-Techkonzerns soll in alle Autos der grossen Hersteller. Vor allem eine Neuerung wird nach Ansicht der Google-Manager künftig eine wichtige Rolle spielen.

Veröffentlicht am 20.05.2016

Google wird sein Betriebssystem Android Autobauern als Basis für die Bordcomputer ihrer Fahrzeuge anbieten. Dabei bekämen die Hersteller die volle Kontrolle über Funktionen, Bedienung und die Einbindung zusätzlicher Dienste etwa für Musik oder Online-Services, sagte der zuständige Google-Manager Patrick Brady der Deutschen Presse-Agentur. «Android ist ein offenes System, sie können machen, was sie wollen.»

Die Unterhaltungs- und Informationsanlagen auf Basis der neuen Android-Version N sollen alle möglichen Funktionen von der Steuerung der Klimaanlage bin hin zur Bedienung der Fensterheber übernehmen. Sie sollen auch Zugang zu Fahrzeugdaten aus dem sogenannten CAN-Bus haben können. Google habe dabei keinerlei Zugriff auf die Informationen, betonte Brady auf der Entwicklerkonferenz Google I/O. Für die Einbindung von Google-Diensten wie Maps soll - wie bei Smartphones - eine separate Lizenz-Vereinbarung nötig sein. Die Software Android Auto zur besseren Einbindung von Android-Smartphones solle standardmässig unterstützt werden.

Sprachassistent soll eine wichtige Rolle spielen

Brady rechnet damit, dass Googles neuer Sprachassistent eine wichtige Rolle im Auto spielen wird. «Gerade wenn man Auto fährt, will man keine App öffnen, um zum Beispiel einen Tisch im Restaurant zu reservieren.» Der am Mittwoch angekündigte «Google Assistant» soll menschliche Sprache verstehen und sich mit den Nutzern unterhalten. Als erstes Produkt soll im Herbst der vernetzte Lautsprecher «Google Home» auf den Markt kommen.

Google zeigt auf der Konferenz einen umgerüsteten Maserati, in den ein 15-Zoll-Touchscreen als Steuereinheit eingebaut wurde. Das Kombi-Instrument im Armaturenbrett wurde ebenfalls durch einen Bildschirm ersetzt. Die Hersteller könnten aber selbst über Grösse und Art der Bedienelemente entscheiden, sagte Brady. Zur Internet-Anbindung könne sowohl ein eigenes Modem im Auto eingebaut als auch ein angeschlossenes Telefon genutzt werden.

«Kostenlos, standardisiert und ohne Software-Pflege»

Bis erste Autos mit Android auf die Strasse kommen, dürfte es einige Zeit vergehen: Demnächst sollen den Autobauern erst die Spezifikationen und Schnittstellen vorgestellt werden. Brady unterstrich die Vorteile des Google-Betriebssystems für die Hersteller: «Es ist kostenlos, standardisiert und sie müssen sich nicht um Software-Pflege und das Stopfen von Sicherheitslücken kümmern.»

(sda/moh/chb)

 

Anzeige