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GoPro schnappt sich erfahrenen Apple-Designer

GoPro: Apple-Designer Coster soll für bessere Geschäfte sorgen.  Flickr

iMac, iPhone und Co. werden auch für ihr Design geliebt. Über zwanzig Jahre war Danny Coster dafür mitverantwortlich. Nun hat GoPro den Apple-Designer abgeworben. Die Börse bejubelt den Coup.

Veröffentlicht am 14.04.2016

GoPro überrascht mit einem hochkarätigen Neuzugang in der Chefetage. Zwar ist es kein Wunder, dass sich der kriselnde Actionkamera-Hersteller Verstärkung von aussen holt. Dass es dem Unternehmen aber gelungen ist, ihren zukünftigen Vizepräsidenten für Design, Danny Coster, von Apple abzuwerben, ist ein veritabler Coup. An der Börse setzte die Aktie nach dem Bekanntwerden des Wechsels zum Höhenflug an.

Das Industrial-Design-Team von Apple gilt als legendär. Im kleinen, eingeschworenen Team gibt es kaum Abgänge, viele sind schon seit Jahren dabei. So auch Danny Coster. Der gebürtige Neuseeländer ist seit 1993 für Apple tätig. Unter Insidern wird gemunkelt, dass Coster in enger Zusammenarbeit mit dem Apple-Chefdesigner Jony Ive etwa für den Bondi Blue iMac verantwortlich ist. Der blaue iMac hat bei Apple eine neue Ära eingeleutet. Insgesamt hält Coster mehr als 500 Patente für seine Designs.

Konkurrenz sorgt für sinkende Umsätze

Die grosse Kreativität des Designers hat GoPro dringend nötig. Beim Actionkamera-Spezialisten lief zuletzt kaum etwas nach Wunsch, von der Euphorie zum Börsenstart ist wenig übrig. Mitte Januar gab das Unternehmen nach schlechten Quartalszahlen bekannt, 7 Prozent oder rund 100 Mitarbeiter zu entlassen. Analysten hatten von GoPro bessere Zahlen erwartet und so stürzte die Aktie in New York von knapp 19 Dollar auf unter 11 Dollar. Wenige Monate nach dem IPO im Sommer 2014 erreichte der Titel auf seinem Höhepunkt rund 90 Dollar.

Zu schaffen macht dem Selfie-Kamerabauer die sinkende Nachfrage nach seinen Kameras. Drohnen sind für Technikbegeisterte der Nachfolger vom Selfiestick und Smartphones mit immer besseren Kameras machen die GoPro-Produkte überflüssig.

Grosse Erwartungen

Als Vizepräsident für die Abteilung Design soll Danny Coster die schleppenden Kameraverkäufe ankurbeln. Bloomberg Intelligence Analyst Jitendra Waral erwartet, dass GoPro nun mehr Wert auf gutes Design legen wird und das Unternehmen seinen Groove wiederfindet. Bisher habe es GoPro verpasst, die Vorteile seiner starken Marke zu nutzen und neben Kameras auch andere Produkte zu verkaufen. «Der Neuzugang gibt GoPro die Möglichkeit, seine Stärken zu kapitalisieren – in neue Produktkategorien zu expandieren und bei bestehenden Produkten für Innovation zu sorgen.»

An der Börse wurde die Verpflichtung von Coster am gestrigen Tag positiv aufgenommen. Die Aktie legte um 19 Prozent zu. An den Tagen darauf sank der Kurs allerdings schon wieder leicht. Ende April wird der Neue seine Posten antreten, dann wird sich zeigen, was seine Ideen dem Unternehmen wirklich bringen.

(jfr)

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