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Halbjahreszahlen
Gottex will 2015 wieder in die Gewinnzone

Gottex Fund Management: Die Verluste sind im Rahmen der Erwartungen.   Keystone

Der Vermögensverwalter Gottex fährt im ersten Halbjahr einen operativen Verlust ein, der im Rahmen der Erwartungen bleibt. Im nächsten Jahr möchte die Firma wieder in die Gewinnzone zurückkehren.

Veröffentlicht am 12.09.2014

Der Vermögensverwalter Gottex Fund Management hat angesichts unerwartet tiefer Management Fees im ersten Halbjahr einen noch höheren Verlust erlitten. Innerhalb der Branche schreitet derweil die Konsolidierung voran. Erleichterung vor allem auf der Kostenseite erhofft sich Gottex durch die bald abgeschlossene Integration der EIM Group. Für das kommende Jahr erwartet das auf Hedge-Funds spezialisierte Unternehmen wieder einen Gewinn.

In den ersten sechs Monaten 2014 sank der Bruttoertrag im Jahresvergleich um ein Viertel auf 17,3 Millionen Dollar. Dabei gingen die Management-Gebühren um 12 Prozent auf 13,9 Millionen zurück, die performanceabhängigen Gebühren sanken gar um die Hälfte auf 2,9 Millionen. Gleichzeitig konnte das Unternehmen die grösste Kostenkomponente, die Personalaufwendungen, um 5 Prozent auf 15,4 Millionen reduzieren; die Marketingkosten verringerten sich um 11 Prozent auf 0,8 Millionen. Die allgemeinen und verwaltungstechnischen Kosten stiegen dagegen um 22 Prozent auf 4,5 Millionen.

Verlust im Rahmen der Erwartungen

Der operative Verlust ohne Akquisitionskosten stieg markant auf 5,7 Millionen nach 1,4 Millionen Dollar im Vorjahr an. Der operative Verlust fiel unterm Strich mehr als doppelt so hoch aus und stieg auf 7,3 Millionen nach 3,5 Millionen. Der den Aktionären zurechenbare Fehlbetrag erhöhte sich auf 6,2 Millionen nach einem Verlust von 3,4 Millionen im Vorjahr. Der verwässerte Verlust per Aktie belief sich für das erste Halbjahr auf 0,17 Dollar.

Der Verlust sei im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, teilte Gottex am Freitag mit. Die Gesellschaft hatte bereits im Juli kommuniziert, für das erste Halbjahr mit einem operativen Verlust zu rechnen. Damals hatte Gottex auch bereits die Entwicklung der verwalteten Vermögen aufgezeigt, die per Ende Juni 8,49 Mrd Dollar erreichten. Dies entsprach einem Plus von 5,1 Prozent im Vergleich zu Ende 2013, hiess es am Freitag. Enthalten seien bereits auch die aus der Fusion mit der EIM Group zufliessenden Vermögen, teilte das Unternehmen im Juli mit.

2015 Rückkehr in Gewinnzone erwartet

Die Integration komme gut voran und die Transaktion solle im laufenden Monat abgeschlossen werden, so Gottex weiter. Die Synergien operativer Kosten würden jetzt auf jährlich bis zu 15 Millionen Dollar geschätzt und dürften im zweiten Quartal 2015 ganz zum Tragen kommen. Im Rahmen der Transaktion werden 14 Millionen neuen Aktien ausgeben, von denen die EIM-Aktionäre zunächst 8,1 Millionen erhalten sollen. Ein Abschluss des im Dezember 2013 bekannt gewordenen Zusammenschlusses war ursprünglich für August 2014 angekündigt gewesen. Die Anzahl der ausstehenden Gottex-Aktien belief sich per Ende Juni 2014 auf 34,5 Millionen.

Tiefer als erwartete Management Fees hätten einen operativen Verlust für das Unternehmen nach sich gezogen, liess sich CEO Joachim Gottschalk in der Mitteilung zitieren. Im ersten Halbjahr sei aber eine verbesserte Performance der Kernprodukte zu sehen gewesen sowie ermutigende Entwicklungen bei der Expansion in Asien. Dabei hob er besonders die Erteilung einer Lizenz durch die chinesischen Behörden hervor, die den Launch eines China A-Share Trading Funds in RMB ermögliche.

Asien bietet Chancen

Gestiegene Zuversicht in China habe bereits im ersten Semester zu höheren Aktienrenditen geführt, so Gottex. Man gehe weiter fest davon aus, dass Asien mittelfristig grosse Chancen für Vermögensverwalter biete. Im Kerngeschäft der alternativen Anlagen bleibe der Fokus der Gesellschaft auf einer starken Performance für die Kunden und der Weiterentwicklung massgeschneiderter Lösungen, des Risikomanagements und der Beratungsdienste.

Das Unternehmen will das Kerngeschäft insgesamt weiter aufbauen sowie laufend nach neuen Möglichkeiten suchen, an der Konsolidierung der Branche teilzunehmen. Für das kommende Jahr geht Gottex davon aus, wieder einen Profit zu erzielen.

(awp/ise/ama)

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