Die Graubündner Kantonalbank (GKB) hat das letzte Geschäftsjahr eigenen Angaben zufolge «deutlich besser» abgeschlossen als erwartet. Der Konzerngewinn stieg um 4,4 Prozent auf 168,2 Millionen Franken.

Die Bank habe trotz erschwerter Rahmenbedingungen ein gutes Ergebnis erzielt, sagte Bankpräsident Peter Fanconi am Freitag in Chur an der Jahresmedienkonferenz. Für das laufende Geschäftsjahr sei man zuversichtlich, den eingeschlagenen Wachstumskurs fortsetzen zu können.

Weniger Ertrag und Aufwand

Im ersten Semester erzielte die Bank einen Verkaufsgewinn an der Swisscanto-Beteiligung von knapp 17 Mio. Franken. Dieser Überschuss ging direkt in die Reserven für allgemeine Bankrisiken, wie es hiess.

Der Geschäftsertrag liegt mit 369 Millionen Franken um 2,9 Prozent unter jenem des Vorjahres, der Geschäftsaufwand mit 175 Millionen Franken um 1,3 Prozent tiefer. Im Hauptgeschäft mit den Zinsen verdiente die Bank 230 Millionen Franken, 2,3 Prozent weniger als im Vorjahr.

Auch im Kommisions- und Dienstleistungsgeschäft erreichte die GKB den Vorjahreswert nicht mehr. Im Handelsgeschäft nahm sie 7,7 Prozent mehr ein oder total 22 Mio. Franken. Dieser Überschuss zusammen mit der wegen der Swisscanto-Transaktion nicht mehr so hohen Reservenbildung machten die Gewinnsteigerung im Wesentlichen aus, wie CEO Alois Vinzens verdeutlichte.

Stabiler Gewinn erwartet

Ein starkes Wachstum verzeichnete die GKB bei den Kundenausleihungen, die um 8,3 Prozent auf 17 Milliarden Franken anstiegen. Die Kundenvermögen von 30 Milliarden Franken blieben in der Höhe praktisch konstant.

Die Bank verbucht derzeit 2,4 Milliarden Franken Eigenkapital. CEO Vinzens sprach von «enormen Stossdämpfern» für den Fall, dass Dinge nicht so laufen wie sie sollten.

Im laufenden Jahr erwarten die GKB-Chefs einen «stabilen Konzerngewinn». Im Geschäftserfolg wird mit einem Rückgang um drei bis fünf Prozent gerechnet. Im Geschäft mit den Ausleihungen ist ein Wachstum von 500 Millionen Franken budgetiert, zudem ist ein Neugeldzufluss von 200 Millionen Franken veranschlagt.

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Rückstellungen wegen Steuerstreit

Beschäftigen dürfte die GKB-Chefetage im laufenden Jahr unter anderem ein Steuerstreit mit Deutschland. Die Thematik sei die gleiche wie bei Kunden aus den USA, hiess es. Die Bank bildete dafür Rückstellungen, machte aber nicht bekannt, wie hoch diese sind.

Abgeschlossen ist die Auseinandersetzung wegen amerikanischer Kunden mit dem US-Justizministerium. Bankpräsident Fanconi sagte, die Busszahlung sei aus der Optik der GKB «gering» ausgefallen. Die Beilegung des Steuerstreits kostete die Bank 3,62 Millionen Dollar.

(sda/chb)