Der europäische Kabelkonzern Altice kauft für 17,7 Milliarden Dollar den US-Rivalen Cablevision. Das Geschäft solle in der ersten Hälfte des kommenden Jahres abgeschlossen werden, teilten beide Unternehmen mit. Mit der Übernahme steigt Altice zu einem wichtigen Anbieter in Amerika auf. Dort hatte das Unternehmen, das vom umtriebigen französisch-israelischen Milliardär Patrick Drahi kontrolliert wird, im Mai bereits den Regional-Anbieter Suddenlink für 9,1 Milliarden Dollar geschluckt.

An der Börse sorgte der Deal, über den Reuters zuvor schon unter Berufung auf Insider berichtet hatte, für ein Kursfeuerwerk. Cablevision-Aktien sprangen um 16 Prozent auf 33,09 Dollar in die Höhe. Altice will je Anteilsschein 34,90 Dollar in bar zahlen. Das entspricht einem Aufschlag von 22 Prozent auf den Cablevision-Schlusskurs von Mittwochabend.

3,1 Millionen Kunden im Visier

Cablevision hat in den USA 3,1 Millionen Kunden, und zwar in New York, New Jersey und Connecticut. Das Unternehmen soll künftig enger mit Suddenlink kooperieren, wovon sich der Käufer Kosteneinsparungen verspricht. Altice-Finanzchef Dexter Goei sagte, nach der Transaktion habe der Konzern eine gute Basis für die weitere Expansion geschaffen.

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Altice mit Sitz in den Niederlanden will zur Finanzierung Cablevision neue Schulden in Milliarden-Höhe auferlegen. Der Konzern selbst ist nach Akquisitionen in Frankreich, Portugal und Israel bereits hoch verschuldet. Drahi hat schon weitere Käufe in den USA angekündigt. In der Schweiz besitzt Altice das Aargauer IT-Unternehmen Green.ch.

Der amerikanische Kabelmarkt befindet sich im Umbruch, auch wegen der wachsenden Konkurrenz von Videostreaming-Diensten wie Netflix und Amazon, die Filme und Serien über das Internet anbieten. Experten zufolge will Drahi dies nutzen, um ein Imperium aus Kabel- und Mobilfunk-Firmen zu schmieden. In Frankreich hatte Altice zuletzt über seine Tochter Numericable den Mobilfunker SFR gekauft und auch Interesse am Rivalen Bouygues angemeldet.

(reuters/chb)