US-Grossbanken sind in den vergangenen Wochen offenbar verstärkt zur Zielscheibe von Hacker-Angriffen geworden. Als erstes Institut erklärte JP Morgan, zusammen mit den Behörden einen mutmasslichen Cyber-Angriff zu untersuchen. Zugleich würden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, um vertrauliche Daten zu schützen, sagte eine Sprecherin der grössten US-Bank.

Die US-Bundespolizei FBI zeigte sich nach einem Bloomberg-Bericht alarmiert, wonach russische Hacker hinter dem Angriff auf JP Morgan und ein weiteres Geldhaus stecken: «Wir arbeiten eng mit dem Geheimdienst zusammen, um das Ausmass der jüngst berichteten Attacken auf verschiedene amerikanische Finanzinstitute zu prüfen», sagte ein FBI-Sprecher. Er nannte keine Bank beim Namen und auch ansonsten keine Details. Vom Geheimdienst war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

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Keine Seltenheit

Hacker-Angriffe auf Banken sind keine Seltenheit, entscheidend ist das Ausmass. JP Morgan wurde nun aktiv, nachdem im Netzwerk Softwarefehler entdeckt worden waren, die auf ein illegales Eindringen hindeuteten, wie zwei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten.

Bloomberg hatte am Mittwoch unter Berufung auf Insider berichtet, bei der Attacke Mitte August seien vertrauliche Daten verloren gegangen. Das FBI untersuche nun, ob es sich um eine Vergeltungsaktion für die US-Sanktionen gegen Russland im Zuge der Ukraine-Krise handele. Zudem prüften die Behörden eine Verbindung zu jüngsten Hackerangriffen auf europäische Banken.

Europas Banken nehmen es gelassen

Nach einem Bericht der «New York Times» sind neben JP Morgan mindestens vier weitere US-Institute betroffen. Bei dem Hackerangriff habe es sich um eine koordinierte Aktion gehandelt, schrieb das Blatt unter Berufung auf mit der Untersuchung vertraute Personen.

Die Grossbanken in Europa zeigten sich am Donnerstag gelassen. Es seien keinerlei auffällige Aktivitäten registriert worden, hiess es unisono hinter vorgehaltener Hand etwa von Instituten in Deutschland, Grossbritannien und der Schweiz. Zu möglicherweise verschärften Sicherheitsvorkehrungen wollte sich niemand äussern.

(reuters/se/ama)