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Auswirkungen
Gripen-Nein bringt Ruag in ungemütliche Lage

Kampfjet Gripen:

Das Volk schickte den Kampfflieger Gripen an der Urne bachab. Die Entscheidung hat für den Rüstungkonzern Ruag Konsequenzen. Gut 200 Stellen sind betroffen. Das ist noch nicht alles.

Veröffentlicht am 19.05.2014

Das Nein zum Gripen hat weitreichende Auswirkungen für den Rüstungs- und Industriekonzern Ruag. Die Geschäftsleitung rechnet, dass mittel- bis langfristig bis zu 200 Stellen betroffen sind, wie es in einer internen Mitteilung der Ruag heisst, die der Nachrichtenagentur sda vorliegt.

Dies unter der Voraussetzung, dass keine Gegenmassnahmen ergriffen werden. Schweizer Firmen hätten bei einem Ja zum Gripen von Kompensationsgeschäften in der Höhe von insgesamt 2,5 Milliarden Franken profitiert. Nach dem Nein an der Urne sind die Schweden nicht mehr dazu verpflichtet.

Lukrativer Auftrag entgangen

Das wird voraussichtlich auch die Ruag zu spüren bekommen. Dem Rüstungskonzern entgeht womöglich ein lukrativer Auftrag für ein Trägersystem, sogenannte Nutzlastaufhängungen.

Der Vertrag im Gesamtwert von 68 Millionen Franken wurde erst im März abgeschlossen. Nach dem Nein des Schweizer Stimmvolks «hat nur noch die Entwicklungs- und Prototyping-Phase im Umfang von 15,5 Millionen Franken feste Gültigkeit», heisst es im Schreiben der Ruag.

Auswirkungen auch auf Unterhalt-Geschäft

Die Serienproduktion von 60 Nutzlastaufhängungen für die Gripen der Jets der schwedischen Armee seien jedoch in Frage gestellt. Saab habe die Möglichkeit, die Serienproduktion im Umfang von 52,5 Millionen Franken auch ausserhalb der Schweiz ausführen zu lassen.

Kurzfristig habe der Entscheid gegen den Gripen zudem auch Auswirkungen auf das Unterhalt-Geschäft von Ruag-Aviation. Dies weil die alten Tiger F-5 ausgemustert werden und damit die Unterhaltsarbeiten entfallen.

(awp/sda/dbe)

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