Die britische Grossbank Lloyds hat zu Jahresbeginn ihre faulen Kredite abgebaut und dadurch ihr Ergebnis deutlich gesteigert. Der Vorsteuergewinn habe sich im ersten Quartal um 21 Prozent auf 2,2 Milliarden Pfund (3,2 Milliarden Franken) verbessert, teilte das teilverstaatlichte Institut mit.

Die Verluste aus faulen Verbindlichkeiten seien um fast 60 Prozent auf 177 Millionen Pfund zurückgegangen. Die Nettozinsmarge, einer der Treiber für die Umsatzentwicklung, stieg um 0,33 Punkte auf 2,65 Prozent. An der Londoner Börse kamen die Zahlen gut an: Die Lloyds-Aktie legte zu Handelsbeginn mehr als 3 Prozent zu.

Kosten in Höhe von 660 Millionen Pfund im Zusammenhang mit dem Verkauf der Filialtochter TSB an die spanische Bank Sabadell brachten Lloyds unter dem Strich ein Minus von 19 Prozent auf 944 Millionen Pfund.

Der Staat hatte die Bank in der Krise von 2007 bis 2009 mit Steuergeldern in Höhe von 20 Milliarden Pfund vor dem Aus bewahrt. Dafür stieg er mit 41 Prozent bei dem Geldhaus ein.

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Inzwischen hat die Regierung ihren Anteil halbiert. Angesichts der positiven Entwicklung kündigte Lloyds im Februar an, 2015 erstmals seit der Rettung wieder eine Dividende zahlen zu wollen.

Besser gestartet als RBS und Barclays

Die britische Grossbank Lloyds hat sich zu Jahresbeginn deutlich besser als ihre Rivalen Barclays und RBS geschlagen. Die stärker auf das Investmentbanking ausgerichteten Institute RBS und Barclays enttäuschten diese Woche mit ihren Bilanzen.

RBS rutschte wegen hoher Sonderlasten in die roten Zahlen, unter anderem weil die Strafen wegen der mutmasslichen Manipulation von Devisenkursen teurer als gedacht werden dürften. Unter dem Strich stand ein Verlust von 446 Millionen Pfund.

Aus ähnlichen Gründen fiel der Barclays-Vorsteuergewinn um ein Viertel auf 1,3 Milliarden Pfund. Lloyds ist zwar auch in Skandale verwickelt, hat aber offenbar ausreichend Vorsorge dafür getroffen und musste nun die Rückstellungen nicht mehr erhöhen.

(sda/chb)