Die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse (CS) sollen externe Vermögensverwalter (EVV) mit weniger als 10 Millionen Franken verwalteten Kundenvermögen künftig nicht mehr bedienen wollen. Bei der UBS berufe man sich auf einen Passus in den Verträgen mit unabhängigen Vermögensverwaltern, der bereits seit Jahren bestehe. Bei der CS laufe dies unter dem Namen «Small Markets/Small Clients», schreibt die Finanzplattform «insideparadeplatz.ch» am Heiligabend mit Berufung auf eine betroffene Quelle.

Unter 10 Millionen nicht mehr erwünscht

Der Vertragstext der UBS besage unter anderem, das Ziel der Zusammenarbeit zwischen EVV und Grossbank sei, dass der jeweilige EVV mindestens 10 Millionen Franken Kundenassets bei der UBS deponiert habe. Früher sei diese Grösse nur theoretischer Natur gewesen. Laut einem Zürcher EVV habe die UBS lange keine Anstalten gemacht, auf eine Einhaltung der Untergrenze zu pochen. Nun habe der Wind gedreht. Die UBS habe in den letzten Monaten begonnen, kleinere EVV auf das Minimum mit den Kundenassets anzusprechen. Wer dann nicht rasch mehr Vermögen von Kunden zur UBS bringen könne, der müsse sich nach einer neuen Depotbank umsehen, heisst es mit Verweis auf Aussagen des Gesprächspartners weiter.

UBS sagt nichts zur neuen Praxis

Bei der UBS habe sich offiziell niemand zum Thema äussern wollen, so die Finanzplattform weiter. Aus Gesprächen gehe aber hervor, dass die 10-Millionen-Grenze seit langem in den Verträgen mit den EVV vorhanden sei. Ein UBS-Manager meinte gegenüber «insideparadeplatz.ch», dass derzeit kein eigentliches Exit-Programm am Laufen sei. Vielmehr würden UBS-Kundenberater EVV mit wenig Kundenassets auf die vereinbarte Limite ansprechen.

Anzeige

50'000 Franken Gebühren der UBS zu wenig

Das Ziel für beide Parteien müsse sein, möglichst viele Vermögen von Kunden zu verwalten. Die EVV und die UBS als Depotbank teilten sich die Gebühren. Bei 10 Millionen Franken und einem Verwaltungshonorar von 100 Basispunkten komme man zusammen auf jährlich 100'000 Franken. Der UBS blieben in diesem Beispiel 50'000 Franken, was der Grossbank angesichts der erhöhten Auflagen der Aufsicht und wegen weiterer Kostenfaktoren offensichtlich nicht mehr genüge.

CS verabschiedet sich aus insgesamt 83 Märkten

Bei der CS läuft gemäss «insideparadeplatz.ch» die entsprechende Initiative unter dem Namen «Small Markets/Small Clients». Aus insgesamt 83 Märkten ziehe sich die CS derzeit zurück. Auch bei der CS wollte man sich gemäss dem Artikel nicht offiziell nicht zum Thema äussern. Bei früheren Gelegenheiten habe die CS aber durchblicken lassen, dass es sowohl wenige Grosskunden in kleinen Ländern als auch viele Kleinkunden in grösseren, aber nicht mehr attraktiven Märkten treffen könne.

Wie bei der UBS gelte auch bei der CS eine untere Limite von 10 Millionen Franken pro EVV. Wer diese Grösse nicht erreiche, müsse für seine Kunden innerhalb von Monaten eine neue Heimat finden, heisst es weiter.

(awp/tke)