Die Schweizer IT-Outsourcing-Branche blickt auf ein gutes Jahr zurück. Das geht aus dem «Sourcing Monitor» des auf Outsourcing-Beratung spezialisierten Zürcher Unternehmens Active Sourcing hervor. Das Gesamtvolumen von rund 3,5 Milliarden Franken lag 2010 zwar etwas unter dem Vorjahr, als Abschlüsse von knapp 4 Milliarden Franken gemeldet worden waren. «Obwohl sich das Niveau leicht reduziert hat, bleibt es im Langzeitvergleich hoch», stellen die Experten von Active Sourcing fest.

2009 war das Gesamtvolumen indes durch den 3-Milliarden-Vertrag zwischen Zurich Financial Services und CSC aufgeblasen worden. Wenn man diesen Megadeal herausrechnet, war 2010 «das beste Jahr seit 2004», wie die Active-Sourcing-Experten festhalten.

Die meisten Abschlüsse wurden bei Banken verzeichnet - bis Ende September 2010 waren es sechs Abschlüsse. Je zwei Verträge wurden mit Industrieunternehmen sowie Transportfirmen und Versicherungen unterzeichnet.

Wenige Anbieter im grossen Geschäft

Am meisten Outsourcing-Verträge konnten für die Betreuung von Rechenzentren mit Midrange-Servern abgeschlossen werden. Auch hinsichtlich des Vertagsvolumens liegen die Midrange-Services vorne. Nur vereinzelte Abschlüsse sah man dagegen etwa bei Mainframe-Grossrechnern. Auch bei Desktop-Services gab es hinsichtlich der Vertragsabschlüsse im vergangenen Jahr im Frühling und Sommer eine Delle. Bei SAP-Anwendungen kam es zu keinen Grossabschlüssen, und bei den Industrie- und KMU-Unternehmen sahen die Active-Sourcing-Fachleute «mehrere Deals».

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Über die letzten vier Jahre entfielen in der Schweiz gut drei Fünftel der Abschlüsse auf Volumengrössen zwischen 10 und 50 Millionen Franken. Bei einem Fünftel der Verträge belief sich das Volumen auf 50 bis 100 Millionen Franken. Lediglich ein Zehntel der Volumen lag über 500 Millionen Franken. Diese raren, aber gewichtigen Verträge mit Volumen von über 100 Millionen Franken verteilen sich auf eine Handvoll Anbieter. Swisscom IT-Services/Comit gewann seit 2007 drei, CSC zwei und HP, IBM und Unisys je einen Kunden. Im Mittelfeld über 10 Millionen Franken spielen auch weitere Adressen wie Atos, Bedag Informatik, BT Group, Econis, PC-Ware, Orange Business Services, Siemens IT Solutions und United Security Providers mit.

Bei den Verträgen mit Volumen bis 10 Millionen Franken dominiert hinsichtlich der Anzahl der Abschlüsse Paninfo. Weitere wie in4U, iSource oder T-Systems gewannen mindestens fünf Kunden hinzu und etliche weitere einen bis zwei. Hinsichtlich der Anzahl der Abschlüsse über die letzten beiden Jahre dominiert Swisscom IT-Services/Comit deutlich vor CSC, Orange Business Services, Econis, IBM und Unisys. T-Systems Schweiz - vor Jahren noch mit grossen Ambitionen angetreten - findet sich im Feld nur abgeschlagen unter «ferner liefen».

Betrachtet man die Vertragsvolumen, dann ist CSC - dank dem Zurich-Abschluss - der grösste Anbieter mit einem Volumen von 55 Prozent, gefolgt mit grossem Abstand von HP/EDS und Swisscom IT-Services mit je 12 Prozent und IBM mit 11 Prozent.

Weiteres Wachstumsjahr für Branche

Die Experten von Active Sourcing wagen auch den Blick nach vorne. Sie rechnen bis September dieses Jahres mit 24 Abschlüssen mit einem Gesamtvolumen von rund 3,5 Milliarden Franken. Davon soll ein Grossteil auf Neuabschlüsse entfallen. Allein für das zweite Quartal 2011 erwarten die Experten von Active Sourcing aufgrund der bekannt gewordenen Ausschreibungen neun Abschlüsse. «Es ist mit sehr grossen Deals zu rechnen, da die Anzahl der prognostizierten Deals relativ gering ist», heisst es. Die Branche kann sich auf ein weiteres Wachstum einstellen.

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