Das Modell Grand Scénic - etwas frei übersetzt gleichbedeutend mit einer grossen Szenerie - steht heute für Familienautos schlechthin und hat, zusammen mit seinem «kleineren Bruder», dem Scénic, zahlreiche Nachahmer gefunden. Allerdings sind für diese Wagen ganz spezielle Probleme zu lösen, weil aufgrund ihrer Konstruktionsmerkmale dem Gewicht besondere Beachtung geschenkt werden muss, damit der Verbrauch nicht aus dem Ruder läuft. Dies spielt deshalb eine Rolle, weil der Grand Scénic immerhin bis zu sieben Personen transportieren kann, 4,56 m lang und damit 6 cm länger ist als die zweite Generation und eine Höhe von 1,64 m aufweist.

Renault hat für den Grand Scénic die Verbrauchs- und Emissionsprobleme durch den Einsatz möglichst leichter Materialien sowie über das sogenannte Downsizing der Motoren gelöst - wenigstens vorerst. Als Antrieb für den Siebenplätzer stehen in der Schweiz momentan drei Benzin- und vier Dieselaggregate zur Verfügung. Die Benziner weisen Hubräume zwischen 1,4 bis maximal 2 l sowie Leistungen zwischen 110 und 140 PS auf.

Besonderer Erwähnung bedarf in diesem Zusammenhang das hochmoderne 1,4-l-Turbo-Triebwerk (TCe 130), das nach dem Downsizing-Prinzip konstruiert worden ist. Es besticht mit einer Leistung von 131 PS und einem maximalen Drehmoment von 190 Nm, was bisher Leistungsdaten eines 1,8- oder sogar 2-l-Motors entsprach. Die vier für die Schweiz lieferbaren Dieselaggregate sind serienmässig mit Partikelfilter ausgerüstet.

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Alternative Antriebe ab 2012

Abzusehen ist jedoch, dass in Zukunft, vor allem zwischen 2012 und 2015, wenn die neuen EU-Richtlinien für Emissionsgrenzwerte in Kraft treten, auch Hybridmotoren zur Diskussion stehen. Renault forscht auf dem Gebiet alternativer Antriebe in drei Richtungen: Ein ganz wichtiges Programm beschäftigt sich mit Elektromotoren. Doch für Modelle, wie beispielsweise den Grand Scénic, bietet sich eine Kombination von Elektro- und Verbrennungsmotoren (Hybrid) an. Renault allerdings ist eher skeptisch, was diese Antriebsart betrifft und hat noch keine Entscheidung getroffen, im Gegensatz zu einigen Konkurrenten. Dagegen arbeiten Renault und Partner Nissan an der Brennstoffzelle. Obwohl Versuchsfahrzeuge bereits ausgiebige Tests absolvieren, ist dieser Antrieb laut Angaben des Schweizer Renault-Importeurs keinesfalls vor 2015 oder gar 2020 zu erwarten. Und dahinter steht auch noch ein Fragezeichen.

Ein Auto für die Familie

Neben Antrieb, Verbrauch und Sicherheit hat für ein speziell auf die Familie zugeschnittenes Auto die Gestaltung des Innenraums oberste Priorität. In dieser Beziehung verstehen die Franzosen ihr Handwerk. Das Interieur des Renault Grand Scénic mit seinen maximal sieben Sitzen lässt sich, je nach Gebrauchsanforderungen, variabel gestalten. Soll auf Reisen beispielsweise neben zwei Kleinkindern (in Kindersitzen) auch noch die Grossmutter (oder der Grossvater) mitgenommen werden, ist das kein Problem, denn eine dritte Person auf der zweiten Sitzreihe findet - selbst auf längeren Strecken - genügend Platz. Dies nicht zuletzt deshalb, weil sich die zweite Sitzreihe in Längsrichtung um 17 cm verstellen lässt.

Die beiden hinteren (Not-)Sitze sind in den Fahrzeugboden versenkbar, sodass ein grosser, ebener Laderaum mit einem Volumen zwischen 645 und 785 l (je nach Position der zweiten Sitzreihe) entsteht. Genug Platz also, um auch das Gepäck einer Familie mit Nachwuchs und Anhang unterzubringen. Renault hat zudem darauf geachtet, dass sich die Sitze vorne und diejenigen in der zweiten Reihe durch ein hohes Komfortniveau auszeichnen, damit auf jeden Fall fünf Insassen über lange Strecken bequem reisen können. Die hinteren, in den Fahrzeugboden versenkbaren Sitze sind vor allem dafür gedacht, zwei weitere Personen zum Beispiel im Stadtverkehr mitzunehmen. Kinder haben auf diesen Sitzen genügend Platz, doch selbst für Erwachsene steht dort erstaunlich viel Raum zur Verfügung. Der Renault Grand Scénic wurde also für die Familie gross in Szene gesetzt.

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