QUALIFIED INVESTOR FUNDS (QIF) .

Von den rund 1500 Mrd Fr., die hierzulande in Publikumsfonds investiert sind, werden 75% aus dem Ausland importiert. Bei den Spezialfonds zeigt sich aber ein anderes Bild: Hier verzeichnen die schweizerischen QIF (früher: «Fonds für Institutionelle» genannt) ein kräftiges Wachstum (siehe Grafik). Das neue Bundesgesetz über kollektive Kapitalanlagen (KAG) bietet seit Anfang 2007 die Möglichkeit, dass QIF nunmehr auch sehr vermögenden Privatkunden mit Finanzaktiva ab 2 Mio Fr. angeboten werden können. Das Geschäftsfeld ist attraktiv, steigt doch die Nachfrage nach individuell optimierten Lösungen für diese Kundenkategorie massiv an.

Allerdings gilt es, auf diesem Weg ein paar Herausforderungen zu meistern: Obwohl das KAG bei den QIF ein vereinfachtes Bewilligungsverfahren zulässt und die Eidgenössische Bankenkommission diese in der Regel auch rasch genehmigt, sind hier weitere, im Ausland durchaus übliche Erleichterungen anzustreben. So benötigen QIF in anderen Ländern nur eine blosse Registrierung. Auch sind die Schwellenwerte dafür, um überhaupt als qualifizierter Anleger zu gelten, auf anderen Plätzen teilweise erheblich tiefer.

Masterplan als Wegweiser

Die Konkurrenz schläft nicht: Namentlich Luxemburg, Liechtenstein, Irland und die Kanalinseln haben ebenfalls spezielle Fondsstrukturen für vermögende Privatkunden etabliert. Der Startschuss zum Wettbewerb um eine begehrte Zielgruppe ist also gefallen. Und da will unser Land ein gewichtiges Wort mitreden. Im Rahmen des «Masterplans Finanzplatz Schweiz», initiiert u.a. von der Bankiervereinigung, dem Versicherungsverband und der Swiss Funds Assocation (SFA), wird klar festgehalten, dass sich die Schweiz als führender Spezialfonds-Cluster für vermögende Privatkunden und institutionelle Investoren in Europa etablieren will. Durch gemeinsame Initiativen von Behörden und Verbänden soll dabei eine aktive Standortförderung betrieben werden. 2007 betrug das Vermögen der in der Schweiz domizilierten Anlagefonds für institutionelle Kunden rund 240 Mrd Fr. Ziel ist es, diese Zahl bis ins Jahr 2015 zu verdoppeln, mit den entsprechend positiven Auswirkungen auf Steuererträge und Beschäftigung.

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Individuelle Lösungen

Der QIF als klassischer Anlagefonds, SICAV oder SICAF, richtet sich an qualifizierte Anlegerinnen und Anleger, also institutionelle Kunden und neu auch an vermögende Privatpersonen mit Finanzanlagen ab 2 Mio Fr. (siehe Box).Diese sind generell besser informiert als andere Anleger und haben daher nicht den gleichen gesetzlichen Schutz nötig. Der Fonds kann deshalb nach Erhalt der Eingangsbestätigung durch die EBK lanciert werden, bei Alternativstrategien gilt eine Frist von vier Wochen. Bei den Anlagestrategien gibt es keine Einschränkungen, von traditionell bis alternativ ist alles möglich. Damit können die spezifischen Bedürfnisse der Investorinnen und Investoren optimal erfüllt werden, zumal die QIF auch steuerlich transparent sind. Aufgrund der vielen Freiheiten und Ausgestaltungsmöglichkeiten sind sehr individuelle Lösungen möglich. So sind die QIF für die qualifizierten Anlegerinnen und Anleger eine weitere attraktive Investitionsvariante und für den Schweizer Fondsplatz ein vielversprechender Geschäftsbereich.