KUONI. Kuoni-CEO Armin Meyer gibt sich gerne selbstbewusst: «Kuoni kann eigenständig für die Aktionäre mehr Wert schaffen», bekräftigt er gegenüber der «Handelszeitung». Im ablaufenden Jahr ist das allerdings nicht geglückt. Seit Anfang Jahr hat die Kuoni-Aktie über 8% an Wert verloren und notierte zuletzt um 590 Fr. Der Leitindex SPI legte in derselben Periode 2% zu. Trotz der negativen Aktienperformance kann Meier vorläufig auf die Finanzinvestoren Capi- tal Group, die 5,2% an Kuoni hält, Silchester International (10,1%) und Richelieu Finance (11,9%) zählen.

Richelieu, die 20% am französischen Reiseveranstalter Club Méditerranée hält, bekennt sich zu ihrem Kuoni-Investment: «Kuoni ist eine starke Marke», sagt Gérard Augustin-Normand, Präsident von Richelieu Finance, der «Handelszeitung». Er betont aber auch: «Kuoni entwickelt sich weniger schnell als vorgesehen.»Trotzdem: Augustin-Normand ist bereit, weiter zuzukaufen, denn «Kuoni ist auf gutem Weg». Man habe die Position bei Kuoni bereits ausgebaut. «Wenn der Markt Gelegenheiten bietet, werden wir weiter Aktien kaufen», betont Augustin-Normand. Richelieu ist seit 12 Jahren in Kuoni investiert.

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Ein verlässlicher Grossaktionär ist für Kuoni wichtig. Denn der Reisekonzern, der 2007 4,5 Mrd Fr. umsetzen dürfte, gilt als Übernahmekandidat. So interessiert sich der 12 Mrd Fr. schwere Reisekonzern Thomas Cook für Unternehmen in Deutschland, Osteuropa und in Asien. «Die Schweiz hat nicht oberste Priorität, aber auch dieser Markt könnte einmal interessant sein», sagt eine Sprecherin von Thomas Cook auf Anfrage.Konkurrentin Rewe schliesst Übernahmen ebenfalls nicht aus, auch in der Schweiz nicht. Wobei keine Offerte auf dem Tisch liege, so Rewe-Sprecher Wolfram Schmuck. Offen ist bei Kuoni allerdings, wie sich die Finanzinvestoren Capital Group und Silchester verhalten, die zusammen über 15% am Reisekonzern halten. Capital Group lässt lediglich verlauten: «Wir sind keine aktiven Investoren und beteiligen uns nicht an Firmen, um sie zu kontrollieren.» Die Engagements würden in der Regel drei bis vier Jahre dauern.

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