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Vorsorge
Groupe Mutuel hat Prämien falsch berechnet

Gebäude der Groupe Mutuel: Rückwirkend Beiträge geändert.   Keystone

Beim Zusatzversicherer Groupe Mutuel haben Tausende Kunden falsche Prämien bezahlt. Das stellte die Finma fest. In 24'000 Fällen verschickt der Anbieter darum geänderte Prämienforderungen.

Veröffentlicht am 24.07.2014

Kunden mit Krankenzusatzversicherungen bei der Groupe Mutuel haben zum Teil zu hohe oder zu tiefe Prämien einbezahlt. Die Eidgenössische Finanzaufsichtsbehörde Finma klopfte dem Versicherer deshalb auf die Finger: Groupe Mutuel korrigiert nun in 24'000 Fällen die Prämienforderungen. 

Felix Schneuwly, Krankenkassenexperte vom Vergleichsportal Comparis, zeigt sich zufrieden mit der Entwicklung. «Eine wache Aufsicht ist bei der Zusatzversicherung umso wichtiger, weil hier keine Aufnahmepflicht besteht», so Schneuwly. «Wenn die Versicherten unzufrieden sind, können sie nicht einfach zur nächsten Versicherung wechseln, wie dies bei der Grundversicherung der Fall ist.»

Korrektur rückwirkend ab 1. Januar

9000 Kunden hätten zu hohe Prämien bezahlt, schrieb die Finma am Donnerstag in einem Communiqué. 15'000 Kunden lagen unter den von der Behörde genehmigten Tarifen. Groupe Mutuel habe nicht genehmigte Prämien vermarktet und verrechnet und somit die Anweisungen der Finma missachtet.

Der Versicherer stellte in einer Mitteilung klar, dass die Prämien für 2014 rückwirkend ab dem 1. Januar korrigiert würden. Prämienleistungen aus den Jahren 2003 bis 2013 würden derzeit überprüft. Prämiendifferenzen würden zurückbezahlt.

Laut Groupe Mutuel sind von den falsch in Rechnung gestellten Prämien Mitarbeiter und deren Familien betroffen, aber auch Kunden, die Verträge über ihren Arbeitgeber abgeschlossen haben. Die über Unternehmen-Rahmenverträge Versicherten konnten laut Groupe Mutuel ermittelt werden. Alle Betroffenen würden persönlich informiert.

Finma muss Tarife bewilligen

Der Versicherer gab an, dass bei ihm über 1,2 Millionen Personen zusatzversichert seien. Der Anteil der durch die falschen Prämien betroffenen Kunden betrage 0,75 Prozent, womit sich der Gesamtbetrag für die geprüften Jahre auf maximal 9 Millionen Franken belaufe.

Für die Zukunft passt die Groupe Mutuel bei etwa 15'000 Personen die Rahmenvereinbarungen an. Für möglicherweise 3'700 Einzelversicherte bedeutet dies per 1. Januar höhere Prämien. Vorher muss die Finma die Tarife noch bewilligen.

(awp/sda/me)

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